Category Archives: Schweiz

Weintipp: Stefano Haldemann

Erst vor kurzem hatte ich erstmals das Vergnügen, einen Wein von Stefano Haldemann probieren zu dürfen. Es handelte sich um das 2008er Riserva Cuvée, “Rosso del Ticino”(Merlot, Cabernet Franc, Diolinoir und Carminoir).
Der Wein besticht mit schöner Finesse, ist aber trotzdem sehr “gerade”. Ein authentischer Wein, von einem ebensolchen Produzenten.

Haldemanns Wein zeigt sehr schön das grosse Potential auf, welches mit Fachkompetenz und (Hand-)Arbeit im Tessin erreichbar ist!

Beat Schwengeler

Nachtrag vom 5.1.12: Nase immer noch sehr vielversprechend. Im Gaumen leider Disharmonie. Leicht stahliger Abgang, dessen Ursprung ich bei den “nicht französischen Trauben” in der Assemblage vermute. Tipp: halbes Jahr liegen lassen!

NB: Haldemanns Weine sind preiswert!
haldemann.vini@bluewin.ch
Tel. +41 (0)91 743 05 53

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Weindegustation mit Kulinarische Begleitung – Mon 5. Dez 19:00 @ KunstKantine

Liebe Wein-Geniesserinnen, liebe Wein-Geniesser

Am Montag, 5. Dezember organisiert Fred Schaerling (ein Freund von Weinheiten) zusammen mit dem Winzer Gabriel Dussex (Cave du Chatillon, Wallis) eine Wein-Degustation bei “Fred” in der KunstKantine (Lessingstrasse 13, 8002 Zurich).

La Cave du Chatillon wurde 1997 gegründet, Gabriel Dussex stieg 2002 ein. Dieses Jahr hat er sich selbstständig gemacht und die Cave übernommen.

Fred ist begeistert von Gabriels Arbeit, von seiner Einstellung und seinem Geschmack für Wein und gutes Essen. Daraus entstand die Idee, zusammen etwas zu machen und diesen Anlass mit Euch zu teilen.

Gabriel wird uns folgende 9 ausgewählte Weine (4 weisse, 4 rote und 1 Süsswein) vorstellen und kommentieren, und Fred wird sich ,um die mit den Weinen, abgestimmte kulinarische Begleitung kümmern:

* Petite Arvine
* Humagne Blanche
* Païen (Heida, Savagnin)
* Marsanne (Hermitage)
* Syrah
* Cornalin 
* Merlot 
* 3 Suisses Rouge (assemblage) 
* Fendant doux

Die Weine werden von Gabriel offeriert.

Für die sonstige Umkosten verlangen wir einen Beitrag von 40 CHF pro Person. Wir freuen uns auf eure Anmeldung per Email bis am 30. November. Plätze sind beschränkt, also beeilt euch, first-come-first-served. 

Dieser Abend zeigt in die neue Richtung von Weinheiten; Wein im Kontext mit Essen zu entdecken. Wir hatten schon mal einen genussvollen Abend mit Fred und den Genfer Weinen.

Prost,  Pascal Burckhardt

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Resultat: Blinddegustation Petite Arvine

Das grosse Interesse für Schweizer Weisswein hat sich auch an der Anzahl der vielen Anmeldungen wieder gespiegelt. Petite Arvine gehört wohl nicht nur zu meinem Lieblings Weissweinen. Wir waren alle gespannt auf die Weine welche uns das “Fletschhorn” ausgesucht hatte. Ich habe noch ein Wein vom Coop mit eingebaut.

Für viele Degustanten/innen waren die Weine zu warm, wir hatten sie auf 13 Grad gekühlt, was wohl eher die obere Temparaturgrenze darstellt. Das Spektrum der Weine war breit und interessant. Die einen waren auf der frisch – knackigen, die anderen mehr auf salzig – fetten Seite. Die Durchschnittsbewertung zeigt sich sehr ausgeglichen, spiegelt jedoch in keiner Weise die Polarität der Eindrücke und Meinungen der Degustierendenen wieder. Am Beispiel von 2 Weinen möchte ich das kurz erläutern: Der Cave Saint Mathieu 2008 von Jean-Louis Mathieu wurde mit 13.5/20 bis 19/20 Punkte bewertet und der Petite Arvine Bibacchus 2010 mit 14/20 bis 18.5/20 Punkten bewertet. Mit persönlich haben beide auf ihre Art sehr gefallen und waren meine Favoriten.

Fazit: Eine sehr interessante Rebsorte, die spannende, vielfältige Weine auf hohem Niveau verspricht. Die Preisspanne ist angesichts der durchweg guten Qulitäten erstaunlich.

Prost Pascal Burckhardt

Bild:Wein: Preis: SfrBewertung
20er
Bezugsquelle:
1Petite Arvine Chamoson 2009 Simon Maye&Fils 39.00
16Simone Maye & Fils
2Petite Arvine Les Bernunes Sierre 2009 Nicolas Zufferey36.0016Fletschhorn
3Petite Arvine de Leytron 2009 Gilbert Devayes29.5016Fletschhorn
4Petite Arvine Cave Saint Mathieu 2008 Jean-Louis Mathieu
31.0016.5Mathieu Vins
5Petite Arvine de Chamoson 2009 Jacques Rémondeulaz & Fils 29.5016
Cave La Bacholle
6Petite Arvine Savièse Octoglaive 2009 Stéphane Reynard & Dani Varone26.0016.5Domaine Cornulus
7Valais AOC Petite Arvine Bibacchus 201014.9016.5Coop
 

Bericht von Jean Francois Guyard.

Wenn es sich darum handeln würde, die beste und zugleich spannendste Rebsorte der Schweiz auszuwählen, könnte die Wahl ausschliesslich auf eine einheimische Spezialität fallen. Obwohl die Weine, welche aus Syrah, Pinot Noir oder Merlot gewonnen werden, auch grossartig sein können, besitzen die Weine aus den Traubensorten Petite Arvine, Amigne, Completer, Humagne oder Cornalin genauso viel Charakter und Eigenständigkeit wie die Eidgenossen selbst. Nicht zuletzt darf hervorgehoben werden, dass ein unbestreitbarer Vorteil der wirtschaftlichen Globalisierung darin besteht, dass ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung der dadurch betroffenen Länder ein wachsendes Interesse für exklusive Produkte zeigt. Es betrifft die verschiedenen Salzarten genauso wie den Wein, die Rinderrassen genauso wie die Rebsorten. In diesem Kontext darf die Schweiz stolz darauf sein, nicht zwangsläufig dem westlichen Nachbarland nachzueifern, sondern sich vor allem auf Winzer zu verlassen, welche den Ausdruckreichtum unserer einheimischen Rebsorten voll und ganz zur Geltung bringen.

In diesem Sinne gehört die Petite Arvine eindeutig zu den Schweizer Spezialitäten. Im Rahmen ihrer monatlichen Verkostungen setzten sich die Mitglieder von Weinheiten dafür ein, eine Degustation einer Selektion dieser Rebsorte durchzuführen. Sieben ausgewählte Erzeugnisse wurden durch 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verkostet und bewertet. Die Ergebnisse gaben Anlass zu vielen angeregten Diskussionen. Die sieben Weine wurden alle mit zwischen 16 und 16.53/20 bewertet. Die Meinungen/Bewertungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aber so breit gestreut, das es bei der Durchschnittsbewertung keinen überlegenen Sieger gegeben hat.

Petite Arvine Chamoson 2009 Simon Maye&Fils

Das Weingut, dessen Syrah 2001 November 2007 durch die berühmte Grand Jury Européen ausgezeichnet wurde, gehört zu den Walliser Klassikern.

Die klare, sehr hellgelbe Petite Arvine de Chamoson enthüllt zunächst eine zurückhaltende Nase, welche sehr viel Luft verlangt. Gewisse Teilnehmer der Verkostung befanden einen leichten Stinker, welcher allerdings mit der Zeit durch ausgewogene, salzige aber auch relativ kräftige Aromen von Rhabarber, Äpfeln und Zitrus ersetzt wird. Ein Teilnehmer findet sogar Noten weisser Rosen. Im dichten, ja sogar öligen und extraktreichen Gaumen gefällt die typische Salzigkeit, welche sich mit der Restsüsse ausgleicht. Der Abgang zeigt sich lang und fruchtig. Die alkoholische Note wird sich mit der Zeit schön einbinden und der Wein dürfte sehr schön altern können. Aktuell spielt dieser Wein mehr mit seinen Muskeln als mit der vorhersehbaren Finesse. Noch mindestens fünf Jahre warten. 17/20.

Petite Arvine Les Bernunes Sierre 2009 Nicolas Zufferey

Es dominieren delikate und kompakte Aromen von Ananas und Zitrus. Was allerdings dadurch gestört wird, dass die Nase sehr viel Zeit beansprucht, bevor sie ihre Harmonie findet. Zwischenstadien von animalischen Noten bis zu Kräutern und Pfeffer. Also im Voraus dekantieren oder warten. Im harmonischen, körperreichen, leicht prickelnden Gaumen gleichen sich die Restsüsse, die (bereits in der Nase merkbare) Salzigkeit und die Säure sehr schön aus und verleihen dem Wein sogar eine gewisse exotische Note. Frische Fruchtnoten ergänzen das Bild. 17/20.

Petite Arvine de Leytron 2009 Gilbert Devayes

Gilbert Devayes gehört zu dieser Kategorie besonders begabten Winzern, welche zu noch mehr Erfolg in der Deutschschweiz gelangen dürften, als es schon der Fall ist. Seine Petite Arvine de Leytron (eines der besten Terroirs der Weinbauregion Wallis) 2009 braucht sehr viel Luft und/oder Zeit, um zunächst ihren animalischen Charakter zu bezwingen (ein Teilnehmer findet ihn nach Gummi riechend), um dann Rhabarber, Mirabellenkompott, Zitrus, Subtilität und Komplexität zu offenbaren.

Der Gaumen zeigt sich mineralisch, salzig, leicht bitter und bietet schöne pfeffrige Noten. Der Abgang wirkt mittellang. 17/20

Petite Arvine Cave Saint Mathieu 2008 Jean-Louis Mathieu

Bei diesem Wein gingen die Meinungen stark auseinander. Die einen fanden ihn grossartig, die anderen konnten nichts damit anfangen. Zitronengelbe Farbe. Das mineralische und relativ subtile Bouquet bietet nicht nur Graphit, sondern auch Ananas, Mirabellen, Rhabarber und ein Hauch feuchtes Gras. Vielleicht sogar Limetten. Eine Teilnehmerin findet Noten von Veilchen und von Maiglöckchen. Im Gaumen fällt eine geniale Säure zunächst auf, welche darauf hindeutet, dass der Wein schön altern könnte. Honig, Petrol, eine grüne Note bilden seine aromatische Palette. Im Weiteren scheint die Salzigkeit den Körper umzuhüllen. Langer Abgang. Leider wirkt dieser Wein nach einer Weile eher Belanglos, ohne sich von der grossen Masse abheben zu können. 15/20

Petite Arvine de Chamoson 2009, Cave La Bacholle, Jacques Rémondeulaz & Fils

Der Winzer hat eindeutig die Grenze des Machbaren aus seinen Reben herausholen wollen. Auch wenn dieses Resultat (glücklicherweise) nicht überreif geworden ist, so darf gefragt werden, ob es das Ergebnis eines glücklichen Zufalls war. Dennoch bereitet dieser Wein viel Spass.

Sein Bouquet duftet nach Honig, Pollenblüten, Äpfel und Birnen, frischen Früchten und wirkt relativ exotisch, wobei es zugleich sehr viel für die Zukunft verspricht. Dennoch sollte nicht zu lange gewartet werden, das Risiko einer oxydativen Entwicklung besteht. Im ausgewogenen, kompakten, dennoch alkoholischen, aber auch relativ frischen Gaumen lassen sich die Salzigkeit (ähnelt Meersalz), die Säure und eine nicht zu unterschätzende Süsse klar erkennen. Ein Teilnehmer findet den Gaumen flach vorne und kurz hinten. Eine unerwartete und untypische Petite Arvine, welche im Abgang Eindrücke von „Alcool à brûler“ oder von Whisky hinterlässt. 16/20

Petite Arvine Savièse Octoglaive 2009 Domaine Cornulus

Mit diesem Wein bezeugen Stéphane Reynard & Dani Varone ein Mal mehr ihr beneidenswertes Können. Es stimmt allerdings auch, dass die Weinreihe Octoglaive für ihre ausserordenliche Rasse berühmt ist. Eine umwerfende Komplexität offenbart sich in der Nase. Etwas mineralisch, etwas verhalten und elegant, etwas Süsse, Lakritzewurzel, weisser Pfeffer, Kiwi, ja sogar Artischocken. Im tiefen, frischen und ausgewogenen Gaumen fällt die geringe Kohlensäure auf, welche darauf hindeutet, dass der Wein viel zu jung ist. Unbedingt warten! Grossartige Süsse, ein straffer Wein mit einer tollen Mineralität und einer guten Säure. Das Finale zeigt enorm viel Kultur. Kaufen! 17/20.

Petite Arvine Bibacchus 2010, Les Celliers de Sion (Varone & Bonvin)

Dieser Wein bildete die Falle der Verkostung und teilte die Meinungen auf spannender Art. Am Ende der Verkostung fragten sich die Erfahrenen Verkoster, wie sie es geschafft hatten, den Wein so hoch zu bewerten… Verhaltenes Bouquet mit etwas Süsse und einem exotischen Charakter. Feuchtes Gras und Blüten ergänzen das Bild. Im ausgewogenen, nach Aprikosen schmeckenden, fleischigen Gaumen fällt die Kohlensäure auf. Der mineralische Körper zeigt sich dicht und ziemlich kompromisslos. Eine geniale Säure begleitet das Ganze und spielt mit der Süsse wunderschön zusammen. Ein Teilnehmer bezeichnet diesen Wein als künstlich ausgebaut. 18/20.

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Mémoire & Friends 2011

140 Schweizer Spitzenproduzenten präsentieren ihre besten Weine

Sonderschau: Die Fünfte Weinschweiz, Kongresshaus Zürich, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, Montag, 29. August 2011, 14.00–20.00 Uhr

 Vor einem Jahr überschlugen sich die Superlative in der Presse bereits im Vorfeld der zweiten Ausgabe von MÉMOIRE & FRIENDS: Der Tages-Anzeiger sprach von einer «einmaligen nationalen Schau», der Züritipp von den «Winzer-All-Stars», die NZZ am Sonntag von einem «Schaulaufen in Zürich», Vinum vom «Top-Act der Schweizer Weinszene».

Entsprechend gross war der Erfolg: Rund 1800 Weinprofis und -amateure strömten aus allen Landesteilen herbei, um sich vom hohen Niveau des Schweizer Weins zu überzeugen. Ein begeisterter Besucher schrieb: «Dieser ausführliche Querschnitt durch das schweizerische Weinschaffen war höchst interessant und der Abschluss mit dem Alphorn-Duo und den offerierten kalten Tellern überraschend, äusserst sympathisch und schmackhaft. Es war eine rundum gelungene Sache!»

 Wir hoffen natürlich sehr, dass auch die dritte Ausgabe von Mémoire & Friends wieder ein voller Erfolg wird.

Schnuppern Sie bereits einmal in der Ausstellerliste und stellen Sie Ihr persönliches Besuchsprogramm zusammen.

Eintritt mit Anmeldung gratis, sonst Fr. 20.– pro Person

Anmeldung für Besucher »

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Schlägt das CH-Weinbaujahr 2011 den Rekord bezüglicher früher Reife ?

Changins, 12.07.2011 – Die Hauptstadien in der Entwicklung der Rebsorte Chasselas werden seit 1925 im Zentrum Pully der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW beobachtet. Anhand dieser Daten kann der Einfluss der Klimaveränderung, insbesondere der aktuellen Erwärmung, auf den Wein unter den Klimabedingungen des Bassin Lémanique beurteilt werden. Die bislang im 2011 gemachten Beobachtungen schlagen praktisch alle Rekorde bezüglich Reifezeitpunkt und lassen eine extrem frühe Weinlese erahnen.
Extrem frühe Reife
Unter den in unseren Regionen angebauten Pflanzen gehört die Weinrebe sicherlich zu den Arten, die am empfindlichsten reagieren auf Klimaschwankungen während der Vegetationsperiode. Sie benötigt viel Wärme. Die meisten Rebsorten entwickeln sich erst bei Temperaturen über 10 °C. Der thermophile Charakter des Weins macht diese Pflanze für einen Klimahistoriker besonders interessant, wenn es darum geht, die Auswirkungen der weltweiten Klimaerwärmung, die wir derzeit zu spüren bekommen, zu untersuchen. Mehrere, vor allem in Frankreich und Deutschland durchgeführte Untersuchungen zeigen, dass die Hauptstadien der Entwicklung der Weinrebe derzeit durchschnittlich 15 Tage früher als in den Jahren zwischen 1960 und 1970 einsetzen. In der Vergangenheit gemachte Beobachtungen zeigen bereits einige aussergewöhnliche Jahre hinsichtlich der frühen Reife bei den Weintrauben.

Die Verzeichnisse der deutschen Weinbauregionen enthalten Eintragungen über eine extrem früh eingesetzte Blüte im April in den Jahren 1289, 1328, 1420, 1473, 1540 oder auch über eine extrem frühe Weinlesen im August 1183, 1186, 1297, 1420, 1473 und 1540. Dennoch scheint das Jahr 2011 seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen der Entwicklung der Weinreben eine ganz aussergewöhnliche Stellung in Westeuropa einzunehmen (abgesehen vom Mittelmeerbecken). Die Beobachtungen anhand strikt festgelegter Hauptstadien werden vor allem in den verschiedenen Forschungsinstituten für Weinbau vorgenommen.

Situation im Bassin Lémanique
Da die Beobachtungsreihe von ACW in Pully, die repräsentativ für die Klimabedingungen des Bassin Lémanique ist, bereits seit 86 Jahren läuft, ist sie von ganz besonderem Interesse. Die Eintragungen für die Rebsorte Chasselas zeigen während dieser Zeitspanne die folgenden durchschnittlichen Daten: 13. April – Spriessen der jungen Triebe, 15. Juni – Beginn der Weinblüte, 29. Juni – Ende der Weinblüte, 14. August – Beginn der Traubenreife, 9. Oktober – Beginn der Lese.
2011 fand das Spriessen der jungen Triebe am 9. April statt, also nahe dem durchschnittlichen Datum. Aufgrund des aussergewöhnlich warmen Frühlings (der wärmste seit Beginn der Messungen von Meteosuisse im Jahr 1864) wurde der Beginn der Blüte am 25. Mai vermerkt. Ein solcher Rekord wurde bereits 1948 verzeichnet. In Pully kommt ein Beginn der Blüte im Mai extrem selten vor und wurde mit Ausnahme von 2011 nur in den Jahren 1943, 1945, 1946, 1947, 1948, 1959 und 2007 verzeichnet. Bei besonders günstigen Wetterbedingungen dauerte die Blüte nur 10 Tage, während ihre durchschnittliche Dauer zwei Wochen beträgt. Der 6. Juni 2011, Ende der Blüte, hält den absoluten Rekord hinsichtlich der frühen Reife und übertrifft das Jahr 2003 um einen Tag, das Jahr 2007 um 3 Tage, das Jahr 2009 um eine Woche und das schlechte Jahr 1980 um anderthalb Monate!
Wann beginnt die Weinlese ?
Durch die Beobachtungen von Pully können wir eine durchschnittliche Dauer von 46 Tagen für den Zeitraum zwischen Ende der Blüte und Beginn der Traubenreife ermitteln. Dabei gibt es Extremdaten von 32 Tagen im Jahr 1959 (sehr heisser Sommer) und 70 Tagen im Jahr 1939 (kalter und verregneter Sommer). Bei normalen Wetterbedingungen im Juli könnte die Traubenreife in den letzten zehn Tagen des Juli einsetzen. Das gab es nur in den Jahren 1943, 1945, 1947, 1952, 1953, 1959, 1976, 1989, 2003, 2007 und 2009. Die durchschnittliche Dauer zwischen Traubenreife und Weinlese lag bei 56 Tagen. Diese Dauer, die je nach Jahrgang ziemlich variiert, hängt nicht nur von den in diesem Zeitraum herrschenden Temperaturen, sondern auch von anderen Faktoren ab. So war diese Zeit beispielsweise 1939 bei sehr später Reife (20. September) sehr kurz (nur 36 Tage). Bei Schnee fand Ende Oktober die Lese der schlecht gereiften Trauben statt. In 2003 war die Zeit zwischen Reife und Lese ebenfalls sehr kurz (41 Tage), allerdings aus genau entgegengesetzten Gründen (Hitze und Trockenheit). Stützt man sich für das Ende der Weinbausaison auf durchschnittliche Bedingungen, kann man mit einer Weinlese gegen Mitte September für die Rebsorte Chasselas in den Gegenden des Bassin Lémanique und sicherlich gegen Anfang bis Mitte September für die früheren Rebsorten wie Pinot Noir rechnen. Je nach Wetterlage oder Schädlingsbefall der Reben (Graufäule oder Essigfäule) lässt sich die Prognose im Laufe des Sommers dann noch genauer aufstellen.
Adresse für Rückfragen:
Jean-Laurent Spring, Fachgruppenleiter, Forschungsgruppe Weinbau DR15
Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW
Postfach 1012, 1260 Nyon, Schweiz
jean-laurent.spring@acw.admin.ch
+41 (0)21 721 15 63, +41 (0) 79 659 47 63

Olivier Viret, Forschungsbereichsleiter in Pflanzenschutz Ackerkulturen und Reben / Rebbau und Oenologie (DR15)
Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW
Postfach 1012, 1260 Nyon, Schweiz
olivier.viret@acw.admin.ch
+41 (0)22 363 43 82

Judith Auer, Fachgruppenleiterin Kommunikation
Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW
Postfach 1012, 1260 Nyon, Schweiz
judith.auer@acw.admin.ch
+41 (0)22 363 41 82, +41 (0)79 659 47 91

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Petite Arvine, Weisswein, Schweiz, Blinddegustation vom 7. Juli 2011

Am 7. Juli 2011 findet unsere Petite Arvine Blinddegustation statt, mit einer Selection des Sommeliers Charlie Neumüller (Sommelier des Jahre 2009), vom Hotel – Fletschhorn, Saas Fee

Ich freue mich auf die Blinddegustation, die Petite Arvine Weine gehören zu meinen absoluten Lieblings Schweizer Weissweinen.

Bitte bis am 5. Juli über das Kontaktformular anmelden.

Gruss Pascal Burckhardt

Informationen zu Petite Arvine

Herkunft

Die Petite Arvine ist eine sehr alte autochtone Rebsorte. Ampelographen konnten auch mittels Genanalysen keine Verwandtschaft zu anderen Rebsorten feststellen. Die Herkunft ist unbekannt. Der aus dem Lateinischen abgeleitete Name bezieht sich möglicherweise darauf, dass die Rebe über das savoyische Arvetal ins Wallis gelangte. Ob die Römer die Rebe ins Wallis brachten ist eine Vermutung. Ebenso ist die Meinung, die Petite Arvine sei vom Wallis ins Aostatal gebracht worden eine Vermutung.

Die mit ihr nicht verwandete Sorte Grande Arvine wurde aufgegeben. Deshalb wird of die Kurzform «Arvine» verwendet.

Verbreitung

Petite Arvine wird im Wallis und im angrenzenden Aostatal in Italien angebaut. Im 19. Jahrhundert wurde die Rebsorte vor allem in der Region von Martigny und Fully angebaut. Kleinere Bestände gab es aber im ganzen Kanton. Als heikle Sorte musste sie robusteren Sorten wie der Chasselas weichen. In den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie gerademal auf 14 Hektaren gepflegt. Erst mit der Überproduktion an Fendant in den Jahren 1982 und 1983 haben sich Winzer auf die Alte Sorte besonnen. Gleichzeitig begannen sich vom Massenwein gesättigte Weinliebhaber für Spezialitäten zu interessieren. Heute beträgt die mit Petite Arvine bestockte Fläche im Wallis bei 150 Hektaren.

Eigenschaften

Die Petite Arvine ist einen Mimose unter den Rebsorten. Sie wächst nur auf allerbesten sonnigen und windgeschützten Terrassen-Lagen. Diese dürfen aber nicht allzu trocken sein. Sie bevorzug magere Böden und reagiert sehr sensibel auf Herbizide. Die Rebsorte treibt früh aus, reift aber fast als letzte innerhalb des Rebsortensortiments des Wallis, 20 bis 30 Tage nach dem Chasselas. Ihr Vegetationszyklus ist sehr lang. Die walzenförmigen Trauben tragen kleine, runde Beeren mit dünner grünlich-gelber Haut. Meist erbringt die Petite Arvine ein Mostgewicht von 95 bis 110 Grad Öchsle. Ihr feines, schmelzendes und delikates Beerenfleisch verleiht dem Wein eine unnachahmliche Typizität.

Weintyp

Die im Wallis heimische Petite Arvine ist eine rare und kostbare Perle. Aus ihren Trauben werden seit dem Jahr 1602 begehrte Spezialitäten gekeltert. Die Petite Arvine ergibt trockene, hellgelbe und überaus feine Weine. Sie duften nach Glyzinienblüten und Honig, rosa Grapefruit, Limone und Ananas. Vollreif geerntet erinnert der Duft an Rhabarber. Im Gaumen wirken die Weine lebhaft, gar rassig mit leicht salzigem Nachgeschmack.

Aus Petite Arvine werden aber auch ausgezeichnete Dessertweine, in der Art einer Trockenbeerenauslese, mit den Aromen von Zitronenfrüchten und Ananas gekeltert. Dieser Wein kann schon in seiner Jugend getrunken werden, besitzt aber auch ein gutes Alterungspotential.
In besonderen Jahren entwickeln die Trauben Edelfäule (Botrytis). Diese Süssweine duften leicht nach Pilzen und Safran. Süssweine aus edelfaulen Trauben, die in Barriques ausgebaut werden, gelangen mit dem Label «Nobilis» auf den Markt.

Quelle www.weinlandschweiz.ch

Interessanter Artikel des Tagesanzeiger zu Petit Arvine

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Resultat: Blinddegustation Syrah Frankreich vs. Schweiz

Die sanften Riesen

Syrah (auch Shiraz) wird fast auf der ganzen Welt angebaut und meist mit anderen Rotweinsorten verschnitten (Cuvee). Zum Beispiel im Bandol, Chateauneuf du Pape, Gigondas (Südfrankreich), mit Mourvedre, Grenache, Cinsault, plus diversen anderen Rebsorten. In Zypern (siehe Zypern Degu) mit der autochthonen Rebsorte Marathefiko.

Die Syrah “Cuveeliste” liese sich so um den ganzen Erdball weiterführen. Der Grund, wieso Syrah oft in Cuvees ausgebaut wird, liegt in dessen hohen Tanningehalt, der die Weine zwar haltbar, aber eindimensionell werden lässt. Durch gute Assemblagen werden zum Teil sehr schöne und komplexe Weine komponiert.

Syrah wird daher eher selten reinsortig vinifiziert. Das Rhonethal gilt als das Mutterland der Syrah Traube. Wir haben desshalb, aus dem französischen und dem Schweizer Teil, je 3 Weine degustiert. Grobfazit: Am reinsortigen Syrah scheiden sich die Weingeister. Diese Weine sind in der Fruchtphase sehr “fruchtig” (Wir hatten einen relativ jungen Wein in der Runde, dessen Tannine noch etwas aggressiv waren). Den einen gefällt gerade dies. Wenn sich dann die Tannine abbauen (nach 3-4 Jahre), wirken die Weine wiederum fast zu “lieblich”. Obwohl kräftig gebaut (durch die Tannine), kommen solche Weine für ein Teil der Degustanten, etwas langweilig daher. Daher mein Titel: Die sanften Riesen.

Pascal Burckhardt

Das Resultat:

Platz & Bild:Wein: Preis: SfrBewertung
20er
Bezugsquelle:
1Cornas AOC Coteaux Tardieu-Laurent 2007  67.00
17.50Mövenpick Weine
2Crozes-Hermitage AOC « Les Fées Brunes » Domaine J.-L. Colombo 2007 75cl  25.0017Coop
3Syrah Les Serpentines 2009 Valais AOC
Gérald Besse
33.0017Brancaia, Zürich
4Valais AOC  Maître de Chais «Syrah »  Provins 2007 75cl      
25.9016Coop
5Crozes Hermitage AOC Alain Graillot 2008    28.5016Mövenpick Weine
6Syrah Valais AOC « L'Odalisque » 2007 Thierry Constantin    36.0015.5Mövenpick Weine
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Blinddegustation: Syrah, Rotwein, Frankreich vs. Schweiz

Syrah ist eine nicht sehr ertragreiche, aber hochwertige rote Rebsorte, die ursprünglich vor allem im Rhônetal in Frankreich kultiviert wurde, heute aber auch in der Schweiz heimisch ist (vorwiegend im Wallis).  In der neuen Welt wird die Rebsorte vor allem in Australien, Kalifornien, Südafrika, Chile, Argentinien und Neuseeland angebaut.

In Europa wird die Sorte, neben Frankreich und der Schweiz, auch in Italien (Sizilen und Toscana), Spanien (Priorat, Monsant) und Portugal kultiviert.

Weinheiten wird am 19. Mai 2011 die Weine aus der Schweiz den ‘Originalen’  aus Frankreich gegenüberstellen. Wir werden die Weine blind degustieren und bewerten. Anmeldung für diesen Event bitte bis am 18. Mai via Kontaktformular.

Hier ein paar Infos zu Syrah Weintraube und Weine:

Herkunft

Aufgrund von DNA-Analysen der University of California in Davis aus dem Jahr 1998 konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Syrah eineKreuzung der alten französischen Sorten Dureza und Mondeuse Blanche ist und daher mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Tal der Rhône stamm

Charakteristik

Syrah-Weine haben meist ein kräftiges Johannisbeer-Aroma. Die Rebe liefert bei normaler Maischegärung einen dunkelfarbigen Wein mit hohem Tanningehalt. Insgesamt sind die Syrah- Weine sehr alkohol- und säurereich. Gerade diese Mischung aus hohem Säureanteil und festem Gerbstoffgehalt macht den Geschmack der Syrah- Weine aus.

 

 


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Resultat: Blinddegustation Bündner Herrschaft Pinot Noir

buendner-herrschaft-pinot-noir

Platz & Bild:Wein: Preis: SfrBewertung
20er
Bezugsquelle:
1Martha und Daniel Gantenbein Pinot Noir 2007 55.00
17.50Kontingent beim Produzent
2Pinot – Barrique 2009, Walenstadtner24.0017bosshartweine.ch
3Georg Fromm Pinot Noir Barrique 200736.0017weingut-fromm.ch
4Christian und Ursula Marugg Pinot Noir Barrique 2007
26.0016marugg-weinbau.ch
5"Der Mattmann" Pinot Noir 200742.0015.5globus.ch
6Walenstadtner "Hier & Jetzt" 200917.2015.5bosshartweine.ch
7Hansruedi Adank 2008 Fläscher Pinot Noir Barrique37.5015.5moevenpick-wein.com

Bündner Herrschaft, Pinot Barrique
so lautete die vielversprechende Einladung zur März – Weinheiten Degustation. Wer Pinot Weine liebt sollte also voll auf seine Kosten kommen. So war es dann auch, vieleicht sogar noch etwas mehr…. Die degustierten Weine offenbahrten sich nämlich als sehr unterschiedliche Charaktere, alle auf sehr hohem, einige auf absolutem Topniveau. Ich für meinen Teil freue mich, ob der immer besseren Qualitäten dieser Rheintaler Weltklasse Weine. Das Burgund muss sich in jeder Beziehung warm anziehen! Trotz mittlerweile stolzer Preise sind diese Schweizer Pinot’s jeden Franken wert.
Eine sehr schöne Überraschung war der kleine “Pirat” zu Beginn der Degu, der Walenstadtner “Hier & Jetzt” 2009. Ein im Tank ohne Holz ausgebauter jugendlicher Wein, mit verschwenderischer Nase. Ein Blumenstrauss von angenehmen Gerüchen die zum sofortigen Genuss ohne Reue einladen.

Ausserdem waren auch noch folgende Weine für die Degustation vorgesehen:
– “Pilgrim” Pinot Barrique, Familie Möhr Niggli
– “Eichholz” Pinot Barrique, Irene Grünenfelder
– Pinot Noir Barrique, Annatina Pelizzatti
Leider haben die Drei auf unsere schriftliche Anfrage hin, bei ihnen Weine für die Degustation kaufen

zu können nicht reagiert……

Nichts desto trotz, hatten wir mit dem schönen “Walenstadtner” Pinot Noir Barrique, dem spannenden sich noch etwas zierenden “Pinot Noir Barrique” von Christian und Ursula Marugg, dem etwas sehr üppigen ” Der Mattmann”, dem finessenreichen “Malanser” Aristokraten von Georg Fromm, dem so vielversprechenden “Fläscher” Pinot Noir von Rezia und Hansruedi Adank und zu guter letzt, dem mittlerweile weltweit gesuchten “Gantenbein“, einen sehr schönen und wie ich meine, auch repräsentativen Querschnitt der “besten Herrschäftler” Vertreter am Start.

Also nichts wie los, suchen, finden, probieren, schwärmen und kaufen!

Viel Spass
Beat Schwengeler

Degustationsnotizen Jean Francois Guyard:

Wie Gott in Frankreich? So glücklich wie Gott in Frankreich kann man auch in einer winzigen Ecke der Schweiz… Nämlich in der Bündner Herrschaft. Dies bewies uns Weinheiten am 17. März 2011 mit einer beschränkten, dafür besonders spannenden Auswahl Bündner Weine. Kein Schnickschnack, keine Alibiübung, sondern einfach ganz tolle Weine, welchen es gelang ein vielseitiges Publikum zu überzeugen. Und zwar nach dem Motto: Mein Lieblingserzeugnis der Verkostung ist nicht unbedingt Deiner aber wir teilen schliesslich die gleiche Freude.

Der erste Wein war, um so zu sagen, eine Piratflasche, da das Weingut sich an angrenzender Nähe der Bündner Herrschaft befindet. Der Blauburgunder Walenstadtner 2009 vom in Berschis, in der Nähe von Sargans, angesiedelte Weingut Bosshart und Grimm gefiel auf den ersten Wein dank seiner Bekömmlichkeit, seinen frischen und delikaten Aromen reifer Heidelbeeren und Johannisbeeren sowie seinem relativ ausgewogenen, beerigen und erfrischenden Gaumen. Ein toller, unkomplizierter Wein für jeden Tag. 16/20.

Der zweite Wein, der Pinot Noir Barrique Walenstadtner 2009, stammte vom gleichen Gebiet, was eigentlich durch die sehr ähnliche Aromatik sowie eine vergleichbare Säure hätte auffallen sollen. Die Farbe des PN Barrique überzeugte dennoch etwas mehr, während sich das ausgewogene Bouquet in einem moderat eleganten, dafür kräftigeren Register ausdrückte. Vollmundiger Gaumen, in dem die verschiedenen Komponenten (Holz, Säure, Frucht) sehr schön eingebaut wirken. Toller Abgang im vivace Stil und mit vielen Blaubeeren. 16.5/20.

Der Fläscher Pinot Noir Barrique 2007 von Christian und Ursula Marugg erwies sich trotz der guten Schlussbewertung (16.5/20) als etwas Rätselhaftes und ich kann sehr gut verstehen, dass gewisse Teilnehmer der Verkostung ihn schätzten. Wenn das Weingut seit Generationen durch die Familie Marugg geführt wird, zeichnet der junge Jürg, Mitglied der Gruppe „Junge Schweiz – Neue Winzer“, seit 2004 für die Weine. Zunächst fällt der Fläscher Pinot Noir Barrique 2007 durch seine spannenden Toastbrotnoten, welche sich hinter einer Menge Wildbeeren verstecken. Die Nase erweist sich im aktuellen Stand nicht nur als ziemlich undurchdringlich und etwas ungestüm, sondern auch als komplex. Nicht zuletzt öffnet sie die Tore zu einem harmonischen, breiten und vollmundigen Gaumen, in welchem enorm viel Frucht den Verkoster nicht gleichgültig hinterlässt. Die Tannine wirken wie feinziseliert, die Säure ist frisch und übernimmt eine grazile Rolle in der Zusammenstellung des Weins, das Holz ist gut eingebunden. Der Abgang dauert an und scheint verführen zu wollen. Dennoch fehlt ein gewisser Wow-Effekt im aktuellen Stadium. Stattdessen fallen eine gewisse Adstringenz und (auf die Dauer) alkoholische Noten im Bouquet auf. Ein Wein, welcher ein grosses Interesse erwecken dürfte.

Die Weine vom genauso grossartigen wie erfolgreichen Mitglied der Mémoire du Vin Suisse besitzen in ihren jungen Jahren eine unverwechselbare Säure. Sie zu erkennen, erweist sich also als eine einfache Übung. Doch dürfte der noch sehr junge Pinot Noir Churer Rheintal „DER Mattmann“ 2007 von Thomas Mattmann einige Leute in Verwirrung bringen. Wenn der Jahrgang nicht gerade als einfach gilt, stimmt alles in diesem Wein. Besonders komplexes Bouquet mit Fleischnoten, Tabak, Rotbeeren in Fülle und Menge, etwas Schwefel, Unterwald, usw. Der Gaumen fliesst wie ein ruhiger Fluss an einem sonnigen Tag: Kräftig, perfekt ausgewogen, wiederum ein unwahrscheinliches Beerenspektrum, druckvolle (ja sogar ziemlich gnadenlose) Tannine,… Und nicht zuletzt imponiert dieser Wein mit der Zeit. Leider ausverkauft aber eine klare Empfehlung für jüngere Jahrgänge. 17/20.

Ich muss es zugeben: Ich bin ein überzeugter Verfechter der Weine von Georg Fromm. Die kompromisslose Art, mit welcher das Mitglied von der MDVS und von Vinotiv seine Weine vinifiziert, erinnert zweifelsohne an die besten Burgunder Winzer. Darum werden sie von Michel Bettane so gelobt, darum werden sie aber in der Schweiz immer wieder missverstanden. Der Malanser Pinot Noir Barrique 2007 gehört eindeutig zum Besten, was für Pinot Noir in der Eidgenossenschaft erzeugt werden. Eine brachiale Kraft und zugleich eine umwerfende Finesse, enorm viel Kultur und nicht weniger Zivilisation; die Buben, welche immer wieder mit ihren Muskeln spielen müssen, werden gnadenlos ins Abseits weggeschwemmt; ob die Aromen nach der Methode der amerikanischen Verkostungsschule oder nach der britischen spielt schliesslich nur eine nebensächliche Rolle, welche die Zusammenstellung des Weins keinerlei beeinflussen kann. Ob mit (einem Hauch) Lakritze, Schwarzbeeren, Johannisbeeren, Rotbeeren, oder was auch immer, beeindruckt das tiefsinnige, komplexe Bouquet durch sein Versprechen für eine hervorragende Zukunft. Im nichts steht ihm der Gaumen nach. Es ist, als ob eine Hülle verführerischer Frische den athletischen, äusserst ausgewogenen und delikaten Körper des Weins umfangen würde. Nicht zuletzt fasziniert die Mehrschichtigkeit des Weins, denn er entwickelt sich wie ein schmackhafter Kuchen: Die Grundlage besitzt eine deliziöse Süsse, während die oberen Schichten enorm viel Frucht besitzen. Unbedingt kaufen! 17.5/20.

In den Berichten von Vinifera-Mundi wurden die Erzeugnisse von Hansruedi Adank schon vorgestellt. Dementsprechend war es eine richtige Freude, einen Wein des Fläscher Winzerehepaars, Hansruedi und Rezia Adank, im Rahmen des Anlasses verkosten zu dürfen. Weder Mitglied der Schatzkammer des Schweizer Weins noch von Vinotiv konzentriert sich das Paar auf Naturtreue Weine, welche die Eigenschaften des Weinberg, aber auch des Gebiets ideal widerspiegeln. Somit drucken sich die Erzeugnisse des Weinguts eine herrlich authentische, sibyllinische Sprache, wie es die Propheten machten.
Der Fläscher Pinot Noir Barrique 2008 ist ein ganz grosser Wein. Zunächst ruft die erste, erstaunliche Nase nach einem gebratenen „Label rouge“ Poulet, auf welchem die Sauce laufend gegossen worden wäre. Später strömen komplexe Aromen von Veilchen, Rotbeeren, Holz, Holzsüsse, die Mineralik fehlt selbstverständlich nicht. Riechen, riechen und wieder riechen! Der Gaumen erweist sich als besonders samtig und spricht für das Können eines grossartigen Winzers, der Abgang vervollständigt die Verführung. Ein Pinot Noir, welcher sich von der häufig exzessiven Üppigkeit klar abgrenzt und, welcher gerade aus diesem Grund einem Publikum ausgewählter Hedonisten gefallen dürfte. Unbedingt kaufen und noch ein paar Jahre warten! 17/20.

Beim letzten Wein waren sich die Verkostungsteilnehmer nicht ganz sicher, was sie denken dürfen. Der Wein braucht sehr viel Luft und würde sich am liebsten in typischen Burgunder Gläser fühlen. Dennoch stört das Bouquet mit etwas vegetabilen Aromen. Ansonsten ein ganz toller Wein. Nur bedauerlich ist die Anzahl Konsumenten, welche ihn für seine Etikette statt für den Inhalt der Flasche kaufen. Denn dieser Wein ist ein Pinot Noir 2007 von Gantenbein. Eine gute, verdiente Bewertung, 17/20, aber keine Einkaufsempfehlung.

Kommentar von Jean Francois Guyard (vinifera-mundi.ch)

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