Die Schweiz ist nicht mehr in Südafrika dabei, also haben wir wieder mehr Zeit uns um die genuss Seite des Gastgeberlandes der Fussball WM 2010 zu kümmern. In unserem Fall ist die alte weisse Rebsorte Chenin Blanc die ursprünglich ca. 845 in der Gegend von Anjou in Frankreich angeplanzt wurde und den Weg nach Südafrika gefunden hat.
In Südafrika wird etwa zweimal soviel Chenin angebaut wie in Frankreich (Stand 2007). Die am Kap meist Steen genannte Sorte hält dort 18,8% der Rebfläche besetzt. Erst 1965 wurde die Verbindung zwischen Chenin und der am Kap angebauten Sorte erkannt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist die Rebe 1655 von Jan van Riebeeck mittels einer Rebkollektion in das Land gekommen. Im Jahr 1685 kamen 150 französische Hugenotten ans Kap. Sie gelten als erste Winzer der Kapkolonie und dürften die Rebsorte vor Ort vorgefunden haben. Sie war jedoch während einiger Jahrhunderte lediglich unter dem Namen Steen bekannt. Erst im Jahr 1965 konnte der Nachweis erbracht werden, das Steen und Chenin Blanc identisch sind. Das internationale Interesse am Steen wurde seit den 1960er Jahren geweckt, als die südafrikanischen Winzer mit attraktiven Weißweinen aufwarteten. Vorangegangen waren erhebliche Investitionen in neue kellertechnik wie z.B. temperaturgeführte Gärbehälter. Es entstanden frische, säurebetonte Weine, die einen Massenmarkt bedienten. Erst seit Ende der 1990er Jahre bemühen sich einige Winzer um die Erzeugung erstklassiger Weine.
Der überwiegende Anteil der Rebflächen stehen in den Regionen Paarl und Worcester, aber auch Malmesbury in Swartland verfügt über beträchtliche Anpflanzungen.
Sortenmerkmale
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:
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Die Triebspitze ist offen. Sie ist weißlich hellgrün behaart, mit karminrotem Anflug. Die gelbgrünen Jungblätter sind leicht wollig behaart und bronzefarben gefleckt (Anthocyanflecken).
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Die mittelgroßen kräftiggrünen Blätter (siehe auch den Artikel Blattform) sind rundlich, fünflappig und mäßig tief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyrenförmig offen. In der Nähe der Stielbucht sind die Blattnnerven rötlich gefärbt. Dies gilt jedoch nicht für alle Klone. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten eng gesetzt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
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Die kegelförmige Traube ist meist geschultert, verfügt über eine oder zwei Nebentrauben, ist mittelgroß und dichtbeerig. Die rundlichen bis ovalen Beeren sind mittelgroß und von goldgelber Farbe. Die Schale der Beere ist dünnhäutig aber sehr knackig.
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Der Chenin treibt früh aus und ist dementsprechend empfindlich gegen späte Frühjahrsfröste. Ihn zeichnet jedoch bei guter Holzreife eine ausreichend gute Winterfrosthärte aus.
Es handelt sich um eine weinbaulich eher schwierige Rebsorte, sie hat aber eine große Anbaubreite im Vergleich zu anderen Rebsorten. Sie ist anfällig gegen den Echten Mehltauund den Falschen Mehltau, aber auch gegen die Grauschimmelfäule. Chenin Blanc reift ca. 12 – 15 Tage nach dem Gutedel. Sie zählt damit international gesehen noch zu den früh reifenden Sorten.
Chenin Blanc ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.
Wir freuen uns auf den Donnerstag 8. Juli 2010 mit der Blinddegustation mit Chenin Blanc aus Südafrika an der Kirchgasse 36.
Bitte per Email auf info (at) weinheiten.ch bis am 6. Juli anmelden.

