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Resultat Blinddegustation: Plavac Mali, Rotwein Kroatien

Der Weinschiffeffekt……

Nachdem Pascal und ich uns an die Vorbereitung der Kroatien-Weindegustation machten, waren wir – wie schon im vorgängigen Artikel unschwer zu erlesen – bester Dinge. Doch es kommt bekanntlicherweise immer anders…

Doch der Reihe nach: Nachdem die von uns auf dem “Schiff” bestellten Weine wie abgemacht eingetroffen waren, bezw. abgeholt wurden, konnten die Einladungen zur Degustation versandt werden. Die Anmeldungen waren wie üblich bei “exotischen” Degustationen, eher dürftig. Sehr oft zu Unrecht (siehe Mallorca Degustation!). Es blieb bei einigen wenigen Degustatoren (zwei abgemeldeten Kranken) und sieben Flaschen Wein. Alle mit einer diebischen Freude jenen gegenüber, die es wieder einmal verpasst hatten etwas Schönes und Neues zu entdecken.
Von der Weinschiffprobe wussten wir, dass es sich um kräftige Weine handelt. Dem nachträglich schon fast als Entschuldigung zu interpretierenden Tipp des Händlers, es handle sich um “Essensweine”, haben wir versucht mit viel kräftigem Käse entgegenzusteuern. Wie üblich wurde von einem der Degustationsteilnehmer eine Reihenfolge getroffen, die der zu erwartenden Güte der Weine Rechnung trägt.

Plavac Mali Resultat Blindegustatione Rotwein Kroatien

Plavac Antunovic 2007, CHF 14.90, übereinstimmend sehr einfach aber noch ok. In der Nase sehr verhalten im Gaumen flach und kurz.  
Dubkovic & Barbic 2718, (Sonnenstunden im Jahr!) CHF 19.90, parfümierte Nase, Lavendel, nasser Bast, im Gaumen ausgewogen mit mittlerem Abgang.  
Postup Antunovic 2006, CHF 26.90, ausgeprägt dunkle Beeren, intensiv. Im Gaumen wässriger Fluss, wenig Struktur. 
Dingac Kiridzija 2006, CHF 39.90, verhaltene Nase, Bananen. Im Gaumen herb, flach. 
Postup Mare Mrgudic 2006, CHF 44.50, starke Gewü rznoten, intensiv, wiederum nasser Bast. Leicht bitterer Abgang. 
Zlatan Plavac “Barique” 2007, CHF 36.90, parfümiert, süss, weich, verschliesst sich nach einer Weile. Im Gaumen schöner Fluss, angenehm. 
Dubkovic & Barbic “Mevid” 2007, CHF 69.90, Anfäglicher Fehlton der sich aber verflüchtigt, ein Cocktail von verschiedenen Eindrücken die leider nicht so richtig zusammengehen. Im Gaumen besser, schöner Körper mit Potential für mehr…(?).

Fazit: Insgesamt enttäuschende Degustation in Anbetracht unserer hohen Erwartungen. Alle Weine sind in Ordnung und für jemanden, der sehr alkoholastige Weine liebt, möglicherweise eine Offenbarung. Von den degustierten Weinen fand ich persönlich den Zlatan Plavac Barrique 2007 gut und dem Preis halbwegs angemessen. Nur eben, auch hier, zum Preis von CHF 36.90 kommen mir dann doch noch ein paar andere schöne Weine in den Sinn.

Beim Dubkovic & Barbic 2718 und Dubkovic & Barbic “Mevid” 2007, ist übrigens der neue Schweizer „Master of Wine“ Ivan Barbic mit involviert. Beide Weine sind noch nicht in der Schweiz erhältlich.

Beat Schwengeler

Platz & Bild:Wein: Preis: SfrBewertung
20er
Bezugsquelle:
1Dubkovic&Barbic Mevid 200769.90
17Vallis-Aurea.ch
2ZLATAN PLAVAC BARRIQUE 200739.9016.5 Vallis-Aurea.ch
3Dubkovic&Barbic 2718 200919.9015.5Vallis-Aurea.ch
4Postup Antunovic 200626.9015.5Vallis-Aurea.ch
5POSTUP MARE MRGUDIĆ 200644.5015.5Vallis-Aurea.ch
6Plavac Antunovic 200714.9014.5Vallis-Aurea.ch
7Dingac KIRIDZIJA 2006 39.9014.5Vallis-Aurea.ch

PS: Der Weinschiff Effekt bedeutet, dass Weine welche auf dem Weinschiff gekauft wurden, sich zuhause plötzlich ganz anders präsentieren können .

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Bericht von der Expovina (Weinschiff) Zürich 2010

Dieses Jahr gab es für uns vor allem einen Grund die 57. Exopvina zu besuchen; die unmittelbar  bevorstehende “Weinheiten” Blinddegustation kroatischer ” Plavac Mali ” Weine.

Josip Blazevic / Maja Wildi

Josip Blazevic / Maja Wildi von Vallis Aurea

Also gingen Beat und ich direkt an den Stand 207 der Weinhandlung Vallis Aurea Schaffhausen, Frau Maja Wildi und Herrn Josip Blazevic führten uns freundlich und kompetent in die kroatische Wein-Kultur ein. Kroatien hat alle 5 Klimazonen im Land vereint, daraus ergeben sich auch sehr unterschiedliche Weine. Die Rotweintraube “Plavac Mali” wird hauptsächlich in der Region Dalmatien  angebaut. Wir probierten alle Qualitätsstufen vom einfachen Tischwein bis zum sehr komplexen Top Wein (mehr in der Blinddegustation vom 11.11.10). Die Weissweine welche in Slawonien und in Istrien angebaut werden ( Trauben:  Grasevian, Malvazija und Sauvingon Blanc), überzeugten und haben mich sehr an österreichische Weissweine  erinnert. Ich denke wir werden uns  2011 die Weissweine Kroatiens einmal näher unter die Lupe nehmen. Alle haben ein sehr gutes Preis/Genuss/Verhältnis (PGV) und sind hier noch völlig unbekannt, zu unrecht, wie ich meine.

Mein nächstes Ziel war der Divo Stand: Wo ich 2008 Chateuneuf-du-Papa, La Barroche Terroir, Ch & J Barrot (16 PB Punkte); 2007 Vacqueryras Vielles Vignes, Domaine la Monardiere (18 PB Punkte); 2008 Coudoule de Beaucastel (17 PB Punkte, mit Sfr. 20.80 ein super PGV), Don Tommaso 2006, Chianti Classico, Fattoria le Corti (17,5 PB Punkte), Cotinone 2005, San Severo di Puglia (16 PB Punkte). Wie ich erfahren konnte wird es bei Divo auch nach dem tragischen Tod von Herrn von Ritter weitergehen und es werden neue und spannende Weine einem gestraften Programm Platz machen.

Ein kurze Abstecher zu Boucherville wo mir der 2008 Saar Riesling von Van Volxem (schön knackig, 17 PBU Punkte) sehr gut gefallen hat.

Ein Halt bei Franz Huber; 2007 Malbec Reserva Tapiz (17.5 PBU Punkte)

Bei Bindella wollte ich mal den Malbec von Masi; Passo Doble 2008, Masi Tupunga

to (14PBU Punkte, eher ernüchternd) probieren, wo mir der 20

08 Torcicoda, Salento igt – Tomaresca (17.5 PBU Punkte und mit 19.00 ein super PGV) empfohlen wurde, daneben auch kurz anderen Weine von Masi probiert: Campofiorin, Rosso del Veronese 2007 ig (15 PBU Punkte), Brolo die Campofiorin, Rosso del Veronese igt (15,5 PBU Punkte) und Costasera, Amarone della Valpolicella classico doc (18 PBU Punkte).

Am Schluss noch zu Lusa Weine um die positive Entwicklung in Portugal zu überprüfen. Die Weine werden immerbesser hier eine kleine Auswahl: 2008 Estação, DOC Douro (14,5 PBU Punkte), 2007 Vale da Raposa Touriga Nacional (15.5 Punkte), 2008 Quinta da Gaivosa (18 PBU Punkte), 2006 Ortigão Grande Escolha, Reg. Beiras (17 PBU Punkte), 2006 Tinta Boa, DOC Lisboa (15.5 Punkte) und den 2006 Casaboa Touriga Nacional, Regional Lisboa (17,5 PBU Punkte). Im 2011 werden wir uns bei “Weinheiten” wieder dem Weinland Portugal mit seinen 317 autochthonen Rotweinsorten  widmen.

Leider war die Zeit zu kurz, so konnte ich nicht alle meine Lieblings – Weinhändler besuchen.  Mein Tipp für das Weinschiff, möglichst früh gehen, ab 17 Uhr wird es zu voll. Die Exopvina geht noch bis zum 18.11.2010 und ein Besuch lohnt sich.

Pascal Burckhardt

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Plavac mali – Die Rotwein Traube Kroatiens, Blinddegustation am 11.11.10

Weinheiten erweitert sein Horizont nach Kroatien und finden  eine Verwandte Weintraube und eine interessante Bandbreite von Weinen.

Plavac mali, wortwörtliche Übersetzung Kleiner Blauer, ist eine alte, autochthone rote Rebsorte des südlichen Kroatiens sowie der südlichen kroatischen Inseln

Dalmatiens Weinkultur ist ohne die Sorte Plavac mali nicht denkbar. Praktisch an der gesamten Küste und vielen Inseln Mittel- und Süddalmatiens wird der Plavac mali angebaut. Vom einfachen Brotzeitwein, über Dessertweine und Auslesen, bis hin zu Grand Crus. Die Bandbreite der Weine aus Plavac mali ist enorm. Aussergewöhnliche Lagen geben dem Plavac dabei ganz unterschiedliche Namen. Der wohl bekannteste Name ist Dingac, die Lage auf der Halbinsel Peljesac, die bereits seit 1961 namensrechtlich geschützt ist.Faros, Postup oder Ivan Dolac sind weitere Lagen mit Ruf.

Die Kinderstube des Plavac mali ist höchstwahrscheinlich die Region um Kastela, dem alten Zentrum des Crlenjak-Anbaus. Crlenjak ist ein Elternteil des Plavac. Die andere Hälfte ist Dobricic. Wann und wie die Kreuzung erfolgte, ist unbekannt; Fakt ist, dass Plavac mali seinen beiden Elternteilen schon sehr bald den Rang als wichtigste Sorte Dalmatiens abgelaufen hat.

Die Rebe ist wohl eine Kreuzung aus den beiden Sorten Dobri?i? und Crljenac . Die letztere ist wahrscheinlich identisch mit dem Zinfandel, sowie mit dem apulischen Primitivo. Sie ist extrem niederwüchsig und ertragsarm. Im Jahr 2000 stellte dies ein kroatisch-amerikanisches Team um den Wissentschaftler Dr. Ivan Pejic  fest.

Heute weiss man, dass ein österreichischer Weinfachmann, Weinstöcke aus den Ländern der Donaumonarchie nach Kalifornien mitgenommen hat. Darunter eben auch Crlenjak, der in USA unter dem Namen Zinfandel zum grossen Erfolg wurde .

Seit gut 10 Jahren haben sich viele Weigüter mit und durch Plavac mali im nationalen, kroatischen Markt, aber auch im europäischen Markt etabliert. Allen voran sicher Zlatan Plenkovic von der Insel Hvar, der stark auf den Plavac setzt, in Kürze aber auch mit dem ersten Crlenjak aus der Region Makarska glänzen will.

Die Klassiker kommen aber von der Halbinsel Peljesac mit den Lagen Dingac und Postup. Hier stechen die Vinarija Dingac, Matusko, Bartulovic oder auch Antunovic heraus.

Am 11. November werden wir eine Bandbreite von den Weinen blind degustieren. (Hier der Link zu der Bewertung)

Gary Vaynerchuck degustiert den Zlatan Plavac Barrique und ist ganz begeistert (ab 10. Minute, gibt im 93 Punkte)

Bei Intresse, bitte unter Kontakte anmelden.

Gruss Pascal Burckhardt