pollen

In den letzten beiden Tagen hat sich die Entwicklung der Reben etwas abgebremst. Die Temperaturen sind unter die 10°C gefallen, heute sogar mit Schnee auf 2°C. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Temperatursumme (Gradtage über 8°) aber praktisch identisch mit den Messungen des Vorjahres. Das ist ebenso erfreulich, wie auch gefährlich. Die letzten Frostnächte sind noch lange nicht ausgestanden.

Austriebsspritzung

Wer sich entschieden hat, eine Austriebsspritzung gegen die Kräuselmilbe oder gegen die Schwarzfleckenkrankheit zu machen ist von den Niederschlägen bei der Planung gestört worden. Regengüsse haben in vielen Gegenden alle Ehre dem Monat April gemacht. Bei den meisten Sorten ist eine Spritzung immer noch möglich. (2-Blatt – Stadium D oder BBCH12) Schwefel 2% oder Parafinoel / Rabsoel, gemäss Vorschrift Flugschrift Agroscope 124.

Zu beachten ist dabei, dass die Spritzmittel richtig dosiert sind und dass die dabei zu verwendende Wassermenge sehr hoch sein sollte. Gemäss Empfehlung müssten 800 Liter/Hektare auf die kleine nun angebundene Rute appliziert werden. Sie wird richtiggehend gewaschen. Keine einfache Konstellation. Mit der Rückenspritze sind beidseitig alle 1-jährigen Triebe, auch die Reservezapfen, grosszügig zu waschen. Mit der Sprayertechnik werden beidseitig 2-3 Düsenstände mit einer grösstmöglichen Düse ausgestattet. Diese Düsen werden so auf die liegenden Triebe zusammengefächert, dass wiederum genügend Spritzmittel ausgebracht werden kann. Häufig werden Sprayer mit Handpistolen ausgerüstet. Begleitpersonen können so links und rechts eine gute Benetzung anstreben. Auf Luftzuführung mit der Turbine ist vorteilhafterweise zu verzichten.

Schwarzfleckenkrankheit

Für eine gute Wirkung der Austriebsspritzung muss Feuchtigkeit, Besonnung und Temperatur stimmen. Das ist nicht immer der Fall. Um einen möglichen Befall der Schwarzfleckenkrankheit zu verhindern muss die Periode bis zum Beginn der Peronospora – Spritzungen überbrückt werden. Das geschieht mit ca. zwei Folpetbehandlungen.

Herbizid – Streifenbehandlung

Es sind gleiche klimatische Bedingungen für eine erfolgreiche Herbizid- behandlung nötig wie für die Austriebsspritzung. Da und dort ist eine gute Wirkung von RoundUp bereits sichtbar. Bei RoundUp gibt es noch keine Neuigkeiten über eine Verlängerung der Bewilligung. Im Moment gilt der 31. Juli 2016 als Bewilligungsende und die Frist bis zum Aufbrauchen dauert bis 31.7.17.

Im Moment weiss ich von vielen Ansätzen, wie der Unkrautstreifen mechanisch behandelt werden könnte. Ich nehme gerne Mitteilungen, über Versuche, Konstruktionen und andere Denkansätze entgegen. Ich möchte bald einmal solche Erfahrungen vergleichen und zusammenstellen.

wein reben setzen

 

 

Neu – und Nach-Pflanzungen

Die letzten Wochen liessen die Winzer bereits etwas nervös werden. Sie möchten doch die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neuanpflanzung nutzen. Hand aufs Herz, liebe Winzer. Vor der kalten Sophie (15. Mai) ist mit dem Risiko eines Bodenfrostes immer zu rechnen. Nach meiner Erfahrung kann die Pflanzsaison um den 8. Mai beginnen.

In der Fachliteratur ist jetzt viel zu lesen über schlechte Bedingungen beim Pflanzen. Ein grosses Thema dabei ist das Herbizid Chikara, das vielfach dem RounUP beigemischt wird. Dieses Herbizid hat eine mehrjährige Wirkungsdauer und ist absolut schädlich für den Wurzelbereich der jungen Pflanzen. Deshalb sollen Anlagen, die bald erneuert werden, min. 2 Jahre nicht mehr behandelt werden!!!!

Bei Nachpflanzungen gilt es, diesen Effekt ebenso zu beachten. Die Feinerde, die ins Pflanzloch um die Wurzel gestreut wird kann mit Chikara, aber auch mit anderen Mitteln kontaminiert sein. Auch bei Nachpflanzungen müssen die Reben mit „viel Liebe und einem ordentlichen Gebet“ auf die lange Reise begleitet werden. Genau wie bei Totalrodungen müssen alte Wurzelteile entfernt werden. Diese können zu Hallimasch führen. Dieser Pilz ist vielmals verantwortlich für stetiges Absterben von Jungreben.

Bei Neuanlagen soll der Boden richtig vorbereitet werden. Die Wurzeltiefe einer Rebe soll Ziel sein beim Bearbeiten des Pflanzstreifens. Wer diese Vorbereitungen früh beginnt muss sich beim Pflanzen bereits mit einer Unkrautdecke befassen. Wer knapper plant schafft den Reben einen Vorsprung auf die Begrünung. Eine Begrünung soll die Reben in den Anfängen nie konkurrenzieren. Meist reicht in der ersten Zeit die Einsaat alle 2 Reihen.

Nach der Bereitstellung des Terrains werden die Reihen ausgestickelt. Durchgänge werden bestimmt und die spätere Bedrahtung an Pfählen in die Planung miteinbezogen. Das ist der letzte Termin, mit dem Rebschulisten die genaue Anzahl der Bestellung nochmals zu besprechen, allenfalls zu korrigieren.

Frühling

Die Begrünung ist bei Frostgefahr kurz zu halten. (Durchlüftung der Reihen). Die Arbeit des Erlesens ist noch nicht gekommen. Die erste Spritzung gegen den Falschen Mehltau ist noch lange nicht nötig. Dazu brauchen wir noch: Beispiel:

8 Tage mit Durchschnittstemperaturen von 18°C   oder

16 Tage mit Durchschnittstemperaturen von 13°C. Durchschnitt 24 Stunden.

Ich wünsche Allen einen tollen Frühling. Rechtzeitig, aber nicht extrem zu früh.

Weinreben Blühte

 

Klaus Schilling

 

 

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