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Klaus Reben Infos

Klaus Schilling, gibt hier seine Rebbau Tipps für alle die sich mit Rebbau beschäftigen oder sich dafür interessieren. 

RebenInfo – Erlesen – Einschlaufen – Pflanzenschutz

Liebe Winzerinnen, Winzer und Interessierte

Das Wachstum in den Reben ist voll in Schuss gekommen. Es ist erfreulich, dass die Reben wieder die grüne Farbe in die Landschaften zaubern. Die feucht/warme Witterung fördert das Wachstum stark. Endlich sind auch die Nebenaugen am Wachsen, aber noch weit zurück in der Entwicklung.

Erlesen

Die Arbeit des Erlesens war noch nie so schwierig wie in diesem Jahr. Jede einzelne Rebe verlangt nach einer fachmännischen Beurteilung der Situation. Das ungeübte Hilfspersonal scheint in vielen stark geschädigten Anlagen überfordert zu sein.

Einerseits gibt es Reben, bei denen die Nebenaugen die erfrorenen Hauptaugen ersetzen können. Dann gibt es Reben, wo neue Wasserschosse von unten als Ersatz angebunden werden müssen. Hier gilt es, einen neuen Stockaufbau vorzubereiten. Und….. es gibt Reben, bei denen die Nebenaugen keine Fruchtansätze mehr zeigen, da sie vermutlich erfroren sind oder sortenbedingt kaum fruchtbar sind. Es wäre falsch, diese unfruchtbaren Nebenaugen zu entfernen, wenn nicht genügend fruchtbare Triebe vorhanden sind. Gerade solche Triebe helfen, dass ein Gleichgewicht hergestellt werden kann. Bei späteren Durchgängen (Einschlaufen etc.) können bei Bedarf solche Triebe immer wieder entfernt werden. Ein Augenmerk muss auch jetzt noch auf den Stammkopf gerichtet werden. Ein Dickicht ist zu vermeiden. Fäulnisprobleme und problematische Schnittwunden im nächsten Winterschnitt.

Einschlaufen

Der Wachstumsschub in diesen Tagen zeigt deutlich, dass es äusserst schwierig ist, die filigranen, verletzlichen Triebe anzubinden oder in die Drähte zu leiten. Früher wurden in den Drahtreben nur ein Drittel in die Drähte geleitet. Die anderen zwei Drittel wurden links und rechts der Reihen verzwickt gelassen. Das hat dazu geführt, dass mit dem Verzwicken der junge grüne Trieb die Information erhält, sich am letztjährigen Trieb oder am alten Stamm nun besser zu verbinden.

Diese alte Methode könnte bei schwierig zu leitenden Trieben helfen, den Abbruch zu vermeiden. Selbstverständlich dürfen an verzwickten Reben später nicht alle Geiztriebe ausgebrochen werden. Diese freischwebenden Triebe zeigen sich erfahrungsgemäss beweglich bei Maschinenfahrten durch den Rebberg. Triebe für den Aufbau der Erziehung 2018 sind möglichst gerade zu führen.

 

Pflanzenschutz

Die Niederschläge der letzten Tage haben einige Infektionen des Falschen Mehltaues ins Laufen gebracht. Gemäss Prognose werden auch in den nächsten Tagen wieder zusätzliche Bedingungen dafür vorhanden sein. Die Grafiken zeigen, dass die laufenden Infektionen ab 5. Juni zum Ausbruch kommen können. Also müssten die Reben bis dann geschützt sein oder kurz nachher mit systemischen Wirkstoffen gespritzt werden. Wer in diesen Tagen mit einfachen Folpet-Mitteln arbeitet muss wissen, dass der intensive Wachstumsschub eine regelmässige Erneuerung des Spritzbelages verlangt. Sicher fast jede Woche. Es ist also sinnvoll auf systemische Mittel zu wechseln, zumal die nichtgeschädigten Hauptriebe in den nächsten Tagen/Wochen zu blühen beginnen. Graubünden meldet bereits den Blütebeginn. Am Zürichsee wird’s noch etwas dauern.

Der Echte Mehltau ist ein grosses Thema. Bei den jetzigen Temperaturen reicht wohl eine Gabe von Schwefel nicht mehr für einen vollständigen Schutz. Bitte die Spritzmittelempfehlungen beachten.

Weitere Arbeiten

Jungreben sind auf Trockenheit zu prüfen. Bei Bedarf muss gewässert werden. Ist der Boden einmal ausgetrocknet reicht eine kleine Gabe auf die Bodenoberfläche nicht mehr. Bei einer Bewässerung muss kontrolliert werden, ob die Wassergabe in den Wurzelbereich wirken kann. Wasserlanzen helfen für einen erfolgreichen Einsatz. Dabei aber aufpassen, dass nicht örtliche Stickstoffgaben zu den jungen Wurzeln gespült werden. Diese Gaben können bei den Wurzeln zu Versalzungsschäden führen.

Es werden immer noch frostgeschädigte Reben ausgerissen, um in diesem Jahr noch Jungreben zu pflanzen. Erfahrungsgemäss bleiben spätgepflanzte Reben in der Entwicklung etwas zurück. Ziel ist bei diesen Reben nicht einen schnellen Trieb zum Anschneiden im Winter zu formen. Vielmehr sollen sich die Wurzeln entwickeln können und es sollen ausgeholzte Triebe zur Verfügung stehen, um einen Zapfen anzuschneiden. Nur einen kräftigen Zapfen ……..mit 2 Knospen.

Mit den Rebschulisten ist für die Pflanzsaison 2018 eine Rebbestellung jetzt zu besprechen. Alle jetzt verfügbaren Reben wurden vor dem Frostereignis veredelt und ausgeschult. Also ist das Angebot sicher ein Thema, das rechtzeitig in die Planung miteinbezogen werden muss.

Herbstfest Weinbaumuseum Au/Wädenswil

Das in der ganzen Schweiz bekannte Weinbaumuseum Au/Wädenswil sucht für den 24. September noch Winzerbetriebe, die ihre Weine am Herbstfest einem breiteren Publikum zeigen möchten. Eingeladen sind Betriebe vom Zürichsee, aber auch Gäste aus anderen Rebgebieten, anderen Kantonen. Bitte melden. Ich reiche die Meldungen ans Museum weiter. (Habe eine Anmeldung bereits erhalten).

Klaus Schilling, Aesch LU

  1. Juni 2017

 

 

Reben – Info – Ernte

Heute habe ich in diesem Jahr ein letztes Mal die Reben der Region am Zürichsee besucht.

Wenn eine Rebbäuerin die Erntestunden zusammenzählt ……

Wenn eine andere Rebbäuerin pfeifend Traubenkisten reinigt …..

Wenn ein Rebbauer mit mir ein Glas Wein trinkt …..

Wenn ganz viele Rebbauern richtig glücklich in die Welt schauen …….

 

Dann ist das Ende der Lese in naher Sicht oder sogar bereits abgeschlossen.

 

Die meisten Trauben sind am Zürichsee geerntet. Einige Spezialitäten und noch etwas Blauburgunder hängen noch. Vielleicht ein – zwei Tage und dann ists erreicht.

Zufrieden sind die Winzerinnen und Winzer auch mit dem Erreichten. Herrliche Zuckergrade, wunderbare Mostaromen, befriedigende Erntemengen. Rundum zufrieden zeigen sich die Berufsleute. Ja, es hätte noch schlimmer kommen können.

Die Kirschessigfliegen haben ihr Unwesen getrieben. Am Zürichsee und im Seetal, wo ich wohne. Da ist man sich sicher. Aber dank Kaolin findet man, sind die Schäden einigermassen im Griff gehalten worden. Die Erntekosten werden ca. 40 – 50% höher sein als im Vorjahr, aber sicher auch 30% niedriger als 2014.

Wo kleinere Ernten zu beklagen sind wird dem Falschen Mehltau die Schuld zugeschoben, resp einer eigenen falschen Spritzstrategie. Kein Klagen, diesmal nicht.

Das lässt auch mich erleichtert ausschnaufen. Ein gewaltig schwieriges Jahr ist zu Ende gegangen. Jedem Journalisten, der unsere Berufgattung als Jammericheibe abtut, sei hiermit verkündet, dass es wirklich erst im letzten Moment entscheiden wird, ob es ein rechtes Jahr oder sogar ein Superjahr wird.

Darum hier ein letzter Hinweis zu meinem heutigen Besuch. Am Zürichsee hat es letzte Woche noch einmal heftig, aber fein gehagelt. Mitte Oktober.

 

Ausschnaufen bitte, liebe Winzerinnen, liebe Winzer.

 

Jetzt geht’s nicht nur im Keller weiter und mit der Buchhaltung der Erntestunden. Jetzt müssen schnellstens die Netze heruntergenommen werden. Die Tiere dankens und ………… es ist Schnee angesagt.

 

Häbed e gueti Zyt mit emene guete Glas Wy.

Klaus

 

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Klaus Reben Info: KEF und Co.

Liebe Winzerinnen, liebe Winzer, liebe Interessierte

Ein bisschen Nervosität in Sachen KEF macht sich breit und ist überall spürbar. Das wird auch sichtbar, wenn man entlang von Rebbergen fährt und die weissbeschichteten Trauben sehen kann.

Ein untrügliches Zeichen, dass Kaolin/Surround wieder erhältlich ist. Seit Montag übrigens.

Der Winzer muss sich aber auch auseinandersetzen mit anderen Strömungen. Kalk sei ein Dünger und sei erlaubt – steht in einem Inserat in der Zeitschrift für Obst- und Rebbau heute schon zum 2. Mal.

Unter uns gesagt: Es gibt noch andere Spritzmittel, die als Dünger gelten und auch als Spritzmittel keine Zulassung haben.

Also bitte zur Kenntnis nehmen, dass Kalk immer noch verboten ist. Ausnahme die Spezialbewilligung der Kantone.

Es kann davon ausgegangen werden, dass Kontrollbehörden auch Traubenmuster holen können, was bereist gemacht wurde.

Also, ich wäre vorsichtig, sehr vorsichtig sogar.

Zum Thema Kirchgang: Das hat wohl nicht ganz gereicht. Die KEF entwickelt sich prächtig trotz grosser Wärme. Die Erfahrungen von 2015 wiederholen sich leider nicht. Spezialisten anderer Kantone haben mich da korrigiert. Wie recht sie haben.

Also läuft gerade etwas ab im Rebberg, das nicht vergleichbar ist mit dem letzten Jahr. Und das ist die Luftfeuchtigkeit, die uns ja täglich aufhaut und uns knibel macht …. Die KEF beobachtet die schwitzenden Winzer und entscheidet dann alezhopp ……

Etwas seriöser nun:

Res Wirth Zentralstelle für Rebbau, Strickhof Wülflingen hat uns ein 2. KEF – Mail zugesandt. Das ist hochaktuell für die Situation im Kanton Zürich.

Ich bedanke mich bei Res für das Verfassen des Berichtes

Klaus Schilling

KEF-Mail Nr. 2 / 2016       8.9.2016

Werte Rebleute, Winzerinnen und Winzer

Die Lage – das Wichtigste in Kürze:

·        Die Fangzahlen (KW 36) in den Becherfallen sind stark angestiegen – die Aktivität der Kirschessigfliege (KEF) hat offenbar zugenommen.

Die Becherfallen hängen allesamt in Blauburgunder, an den selben Standorten wie die letzten beiden Jahre

·        Beim Monitoring haben wir keine Eiablagen festgestellt (KW 36). Dieses Mal wurden 15 Muster beprobt

(total 750 Einzelbeeren. Acolon, Cabernet Dorsa, Dunkelfelder, Regent, Zweigelt, Garanoir, Cabernet, von einigen Sorten waren auch mit Surround behandelte Trauben dabei)

·        Ausserhalb unseres Monitorings wurde von Eiablagen berichtet (Tafeltrauben/Rondo, Dunkelfelder und Cabernet dorsa).

In GR wurde Eiablage auf BB nachgewiesen („sehr frühe Lage, dünnhäutiger Klon, vollständig umgefärbt“).

·        Wir haben auch beschädigte (nach dem Regen aufgeplatzt, Vogelfrass, Wespen, Dachs, Krankheitsschäden, Sauerwurm u.a.)

 und z.T. bereits nach Essig riechende Beeren  untersucht. Die gefundenen Maden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit keine KEF-Larven, sondern Larven der gewöhnlichen Essigfliege.

Kirschessigfliegen legen Eier ausschliesslich in gesunde Beeren ab –die Kontrolle auf Eiablagen muss daher auf gesunden Beeren erfolgen

·        Meldungen aus dem benachbarten Deutschland weisen auf vereinzelte Eiablagen hin;

ein grossflächiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird “als nicht nötig” erachtet.

Grundlagen/Unterlagen zur KEF 2016

Die folgenden Unterlagen sind für dieses Jahr von allgemeiner Bedeutung:

·        Allgemeinverfügung des BLW (neue Version vom 24. August 2016).

·        Fachinformation Herbst 2016 / Weinbau

(Rebbaukommissariat ZH, wurde verschickt am 16. August 2016

·        Agroscope Merkblatt Nr. 41 / 2016 : Drosophila suzukii im Rebbau. Empfehlungen 2016

Das Merkblatt haben Sie bereits im Frühjahr erhalten.

Wir bitten um Beachtung, namentlich auch die Hinweise auf die unabdingbaren vorbeugenden Massnahmen:

– Angepasstes Auslauben der Traubenzone (…die KEF sucht eher Schatten und Feuchtigkeit …)

– Ertragsregulierung vor Farbumschlag ( jetzt eher noch Qualitätsreduktion –die Trauben/Traubenteile

  gehören unter die Rebstöcke, nicht in die Gasse)

– Ab Farbumschlag Begrünung kurz halten (…wenn noch nicht erfolgt –jetzt durchführen)

– Traubenverletzungen vermeiden (…Vogelschutz, Massnahmen gegen Wespen …)

– Keinen Trester in der Nähe von noch nicht geernteten Parzellen ausbringen

Die genannten drei Dokumente sind zu finden unter

www.strickhof.ch <http://www.strickhof.ch> > Fachwissen > Rebbaukommissariat > Kirschessigfliege)

Zusätzlich hat das BLW am 25. August 2016 eine Mitteilung verschickt und die Vorgaben für den Einsatz von Audienz angepasst;

neu wäre ggfs. Audienz 3x zugelassen, die Aufwandmenge wurde gesenkt (Details in der erwähnten Allgemeinverfügung).

Aufgrund der Ergebnisse des aktuellen Monitorings dürfte zur Zeit noch kein akuter Bekämpfungsbedarf bestehen.

Entscheidend jedoch ist das Resultat der Ei-Ablage-Kontrolle auf der einzelnen Rebfläche.

Pflanzenschutzmittel?

Sollten die vorbeugenden Massnahmen nicht ausreichen, könnten die gegen die KEF im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden

bei “nachweislichem Auftreten von Eiablagen in Traubenbeeren ab Stadium BBCH83” (Vorgaben Surround abweichend > siehe unten).  

Die Nachweis-Methode dazu ist beschrieben im erwähnten Merkblatt Nr. 41. Beachten Sie, dass die zu untersuchenden Traubenbeeren mit der Traubenschere abgeschnitten werden!

Nur so bleibt der Bereich um den Beerenstiel intakt – hier legt die KEF bevorzugt ihre Eier ab. Und: vermeiden Sie bei der Probenahme eine Beschädigung an den Trauben!

Zahlreiche Flächen mit frühen Sorten sind bereits mit Surround behandelt worden – Surround wird präventiv eingesetzt

und soll die KEF von der Ei-Ablage in intakte Beeren abhalten. Man achte daher auf eine vollständige Bedeckung der Beeren.

Surround ist zugelassen ab Stadium BBHV 83, der Nachweis der Eiablage ist nicht nötig.

Wenn Surround in die KEF-Strategie bei frühen gefährdeten Sorten eingeplant sein sollte, aber bis jetzt noch nicht eingesetzt worden ist, müsste der Einsatz jetzt erfolgen.

Auch bei bereits vollständig umgefärbtem Blauburgunder (frühe Lagen) wäre ein Einsatz jetzt zu prüfen.

Surround ist ausschliesslich auf die Traubenzone zu applizieren –Surround auf der Laubwand mindert die Assimilation in den Blättern.

Zu Sorround und Wein schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft:

„Wein-Ausbauversuche haben gezeigt, dass dieses Gesteinsmehl die Weinqualität nicht beeinflusst.“

Wenn Sie gesicherte Eiablagen festgestellt haben sollten (gesunde Beeren/Atemschläuche entdeckt), wäre auch die Voraussetzung erfüllt

 für den Einsatz der übrigen zugelassenen Pflanzenschutzmittel – die Entscheidung, ob und wann behandelt würde, liegt beim Bewirtschafter selbst.

Bitte überwachen Sie Ihre Rebanlagen sorgfältig und regelmässig.

Und werfen Sie auch einen Blick in den Blauburgunder,

wenn dieser bereits weit fortgeschritten sein sollte in der Reife/im Farbumschlag.

Mit freundlichen Grüssen  

A. Wirth

_____________________________________

Strickhof

Andreas Wirth

Rebbaukommissariat

Riedhofstrasse 62

CH-8408 Winterthur

Tel +41 58 105 91 20

Fax +41 58 105 91 21

andreas.wirth@strickhof.ch <mailto:andreas.wirth@strickhof.ch>

andreas.wirth@bd.zh.ch <mailto:andreas.wirth@bd.zh.ch>

www.strickhof.ch <http://www.strickhof.ch/>

<http://www.strickhof.ch/>

—— Ende der weitergeleiteten Nachricht

Klaus Reben Info: Verreiseln, Schliessen der Trauben, Kappen der Reben, Knospenentwicklung, Vergilbung, KEF, Spritzmitteln

Liebe Interessierte

Entwicklung und Verreiseln

Die Reben entwickeln sich eigentlich prächtig. Jetzt ist aber auch abschliessend zu begutachten, welchen Schaden das Verrieseln gebracht hat. Dieser Schaden ist unterschiedlich in der Region, aber auch bei den Sorten. Frühblühende Sorten hats eher erwischt. Aber auch Normalblüher, wie Sauvignon blanc und die Kreuzungen von Gamay x Reichensteiner, Gamaret und Garanoir haben Schäden an den Fruchtständen, die nicht oder kaum erklärbar sind. Einen Versuch einer Erklärung habe ich in der letzten und vorletzten Info bereits formuliert.

Schliessen der Trauben

Die meisten Trauben sind bereits geschlossen oder werden in den nächsten Tagen die Grösse erreichen, wo zum letzten Mal die Spritzbrühe direkt zum Stil gelangen kann. (Botrytisbekämpfung) Darum sollten die Entblätterungsaktion langsam beendet sein.

Kappen der Reben

Das frühe Kappen, das Einkürzen der Reben ist sehr wichtig. Einerseits wird die Kraft zum Vorwärtswachsen gestoppt. Diese Energie wird umgeleitet in die Organe, die jetzt wichtig werden. Das sind die heranwachsenden Trauben und die immer wichtiger werdenden Geiztriebe. Die Geiztriebe übernehmen jetzt die Arbeit der unteren Blätter, die herausgenommen wurden oder nicht mehr voll assimilieren können. (Alter). Aber auch die Geiztriebe bedürfen später wieder einer Einkürzung.

 

Knospenentwicklung

Die Winterknospen, die im nächsten Jahr verantwortlich sind für die Triebentwicklung und die Fruchtbarkeit, werden jetzt gebildet. Wenn wir einen nassen Juli und August erleben, ist im nächsten Jahr  mit kleinen Gescheinen zu rechnen. Wenns sonnig ist in den Sommermonaten, dann sollen grosse Gescheine uns im kommenden Jahr erfreuen. Zu einer grossen Ernte aber braucht es dann doch noch etwas mehr. Nämlich gute Bedingungen bei der Blüte, kein Hagel und keine Krankheiten. Im Moment sieht es also für 2017 recht gut aus.

 

KEF – Kirschessigfliegen

Innerhalb einer Woche wurden die nicht mit Netzen geschützten Kirschbäume, aber auch die Beerenanlagen von den Kirschessigfliegen in ein Desaster verwandelt. Die grossen Regengüsse vor einer Woche lassen uns erahnen, wie es weitergehen könnte bei den Reben. Zu diesem Thema habe ich euch ein Papier angehängt. Newsletter Mitte Juli 2016 der Agroscope.  Interessant zu lesen. Ich bin aber erstaunt, dass keine Schadensmeldungen aus der Deutschschweiz vorliegen. Deutschschweizer leiden vermutlich ohne zu klagen…..

 

Goldgelbe Vergilbung

Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass wir noch weitere Schädlinge in unseren Rebbergen zu erwarten haben. Zum Beispiel die Goldgelbe Vergilbung. Diese Krankheit wird durch die Amerikanische Zikade verbreitet. Dieses Insekt beginnt nun die Schweiz von Süden über den Westen her zu erobern. Ob es bereits in der Deutschschweiz vorhanden ist wird ein Monitoring herauszufinden haben. Dieses Monitoring beginnt in den nächsten Tagen auch im Kanton Zürich. Für die Winzer ist es sicher richtig, sich bereits jetzt schon mit der Krankheit zu befassen. Dazu habe ich einen Link erhalten, der recht informativ ist.

 

http://www.der-winzer.at/?id=2500,5510310&uid=5226853 <http://www.der-winzer.at/?id=2500,5510310&uid=5226853

 

Haltbarkeit von Spritzmitteln

In meiner Beratung habe ich es meist mit kleinen und Kleinstwinzer zu tun. Für die Winzer mit 10 oder 20 Aren Reben gibt es auf dem Markt meistens nur ungeeignete  Gebinde-Mengen von Spritzmitteln. Die angebotenen Spritzmittel reichen über Jahre. Dazu aber müssen einige Informationen bewusst gemacht werden:

–       Spritzmittel haben eine Haltbarkeitsdauer. Frost und Feuchtigkeit, aber auch das Alter selber setzen den Mitteln zu und verringern die Wirksamkeit. Auch können sich negative chemische Veränderungen einstellen.

–       Spritzmittel durchlaufen eine periodische Prüfung. Die Bewilligung kann zurückgezogen werden oder die Behörden verweigern eine weitere Anwendung. Jedes Spritzmittel kann heute im Endprodukt nachgewiesen werden.

–       Spritzmittel können die Wirkung wegen Resistenzen und Toleranzen im Laufe der Jahre verlieren.

–       Heutige Spritzpläne enthalten immer mehrere Mittel, um die Resistenzen zu umgehen. Mit einem einzigen Mittel kann heute nicht mehr das ganze Jahr abgedeckt werden.

–       Auch Herbizide haben eine Bewilligung, die ablaufen kann.

Es gilt also, den Spritzschrank wieder einmal zu kontrollieren, Alte Mittel sollen entsorgt werden. Einen Blick in einen modernen Spritzplan der Firmen und von Agroscope zu werfen, lohnt sich.

Ich bin gerne bereit einmal an einer Wintertagung das Thema alte Spritzmittel zum Anlass zu nehmen. Und vielleicht finden sich an einem solchen Anlass dann Betriebe, die gemeinsam moderne Spritzmittel kaufen. (z.B. 1 Kilo für 4 Betriebe)

 

Freundliche Grüsse    Klaus Schilling

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Klaus Reben Info: Blüten – Drosophila suzukii im Rebbau Empfehlungen 2016

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Klaus Reben Info: Frost, Erlesen, Stockausschläge, Spritzarbeiten, Dünger

 

Frost

Inzwischen habe ich leider trotzdem Mitteilungen von Frostschäden in der Region Zürichsee und Umgebung erhalten. Und ich habe auch solche Anlagen, die grosse Schäden zeigen, besichtigt. Es sind zum Glück nur wenige, nicht dem See zugewandte Parzellen, die geschädigt sind.

 

Erlesen

Bei grossen Schäden ist immer noch nicht klar, wie grossen Schaden die Reben nun schlussendlich erlitten haben. Einerseits haben wir einzelne Triebe, die bereits 20 cm lang sind, anderseits ist immer noch unklar, inwiefern noch Nebenaugen ausschlagen werden, da auch solche verfroren sind oder sein könnten.

Die intakten Triebe wachsen meistens in der Nähe des Kopfes und am Ende des letztjährigen und angebundenen Triebes. Hier empfehle ich ein Putzen, resp. ein Erlesen der Stockpartie. Diese belassenen Austriebe sind die Zukunft, also sie sind verantwortlich für ein geeignetes Holz zum Anbinden im Frühling 2017. Diese Gestaltung der Zukunft hat erste Priorität.

 

Auch beim normalen Erlesen unterscheiden wir immer an jedem Stock eine Zukunftspartie und eine Erntepartie. Die Zukunftspartie ist die Region der Holzgestaltung für 2017. Zapfen, wenn vorhanden. Die Erntepartie bringt die Traubenernte 2016 und wird im nächsten Winter abgeschnitten.

 

Auf dem Trieb würde ich im Moment nicht erlesen. Auch keine Doppeltriebe würde ich entfernen. Wenn Nebenaugen noch ausschlagen, soll die Arbeit des Erlesens nachgeholt werden. Wenn keine Nebenaugen oder nur vereinzelte dieser Reserveaugen ausschlagen, sind wir auf alle, auch doppelten Haupttriebe angewiesen. Die Kraft eines Stockes soll auf möglichst genügend Triebe verteilt werden. Die Gefahr von überdicken Resttrieben ist für dieses Jahr enorm.

 

Stockausschläge

Die Stockausschläge sollen wie gewohnt entfernt werden.

 

Spritzarbeiten

Die Spritzarbeiten sind nach den nicht verfrorenen Trieben zu richten. Die Spritzsaison mit den Peronosporabehandlungen (Falscher Mehltau) hat begonnen, also auch in den vom Frost geschädigten Reben.

 

Dünger

Da vielfach mit nur wenigen Trieben, auch Nebentrieben zu rechnen ist, soll jetzt keine Stickstoffdüngung gegeben werden. Ein Überangebot an Nahrung kann bei den restlichen Trieben zu einem vermehrten Dickenwachstum und zu Unfruchtbarkeit führen. Eine trotzdem nötig werdende N-Gabe kann auch später noch gemacht werden. Nicht geschädigte Reben erhalten jetzt die vorgesehene Gabe von Stickstoff. (Hilfe beim Längenwachstum)

 

Nicht geschädigte Reben

 

Das Wachstum hat in den letzten Tagen stark eingesetzt. Die Temperatursummen von Agrometeo zeigen heute sehr grosse regionale Unterschiede. Beispiele:

 

Fläsch                         238 Gradtage

Gelfingen LU            141 Gradtage

Stäfa                           180 Gradtage

Wädenswil                164 Gradtage

 

Limite für Prognose Falscher Mehltau: 160 Gradtage

 

Gradtage: Jeden Tag werden an einer Messstation 24 Messungen gemacht, also jede Stunde. Diese 24 Messungen ergeben einen Temperaturdurchschnitt. Im Rebbau für die Prognose vom Falschen Mehltau interessieren uns die Durchschnittwerte über 8°C. Alle Durchschnittswerte über 8°C seit 1. Januar werden zusammengezählt und ergeben die Gradtage, die wir für die Prognosen gebrauchen. Beispiel: Durchschnittstemperatur 24 Std von 12°C ergeben 4 Gradtage (8+4). Durchschnitt von 7°C /Winter ergeben 0 Gradtage.

 

Während in Graubünden die Behandlung vom Falschen Mehltau bereits seit einigen Tagen aktuell ist sind die Spritzungen am Zürichsee vor Pfingsten gemacht worden oder müssen dringend beim nächsten Sonnenschein gemacht werden. Im Seetal aber ist die Bereitschaft noch nicht ganz erreicht.

Für eine Keimbereitschaft braucht es einen tollen Regen, den haben wir nun in den letzten Tagen erlebt. Agrometeo zeigt den Winzern, wie weit die Keimung nach der Infektion bereits fortgeschritten ist. Vor Ablauf (100%) müsste prophylaktisch behandelt werden. Sonst wird eine kurative, systemische Behandlung notwendig.

Am Zürichsee, aber auch in den frühen Lagen von Graubünden etc. laufen diese Primärinfektionen bereits. (Grüne Schläuche auf den Kopien)

Also: Wetterprognosen beachten und die Spritze vorbereiten. Trotz Hl. Geist würde ich einen Sonnenstrahl zur Spritzung ausnützen………

 

Freundliche Grüsse

Klaus Schilling

Klaus Reben Info 5/16 – Austriebsspritzung, Herbizid, Neu – und Nach-Pflanzungen

pollen

In den letzten beiden Tagen hat sich die Entwicklung der Reben etwas abgebremst. Die Temperaturen sind unter die 10°C gefallen, heute sogar mit Schnee auf 2°C. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Temperatursumme (Gradtage über 8°) aber praktisch identisch mit den Messungen des Vorjahres. Das ist ebenso erfreulich, wie auch gefährlich. Die letzten Frostnächte sind noch lange nicht ausgestanden.

Austriebsspritzung

Wer sich entschieden hat, eine Austriebsspritzung gegen die Kräuselmilbe oder gegen die Schwarzfleckenkrankheit zu machen ist von den Niederschlägen bei der Planung gestört worden. Regengüsse haben in vielen Gegenden alle Ehre dem Monat April gemacht. Bei den meisten Sorten ist eine Spritzung immer noch möglich. (2-Blatt – Stadium D oder BBCH12) Schwefel 2% oder Parafinoel / Rabsoel, gemäss Vorschrift Flugschrift Agroscope 124.

Zu beachten ist dabei, dass die Spritzmittel richtig dosiert sind und dass die dabei zu verwendende Wassermenge sehr hoch sein sollte. Gemäss Empfehlung müssten 800 Liter/Hektare auf die kleine nun angebundene Rute appliziert werden. Sie wird richtiggehend gewaschen. Keine einfache Konstellation. Mit der Rückenspritze sind beidseitig alle 1-jährigen Triebe, auch die Reservezapfen, grosszügig zu waschen. Mit der Sprayertechnik werden beidseitig 2-3 Düsenstände mit einer grösstmöglichen Düse ausgestattet. Diese Düsen werden so auf die liegenden Triebe zusammengefächert, dass wiederum genügend Spritzmittel ausgebracht werden kann. Häufig werden Sprayer mit Handpistolen ausgerüstet. Begleitpersonen können so links und rechts eine gute Benetzung anstreben. Auf Luftzuführung mit der Turbine ist vorteilhafterweise zu verzichten.

Schwarzfleckenkrankheit

Für eine gute Wirkung der Austriebsspritzung muss Feuchtigkeit, Besonnung und Temperatur stimmen. Das ist nicht immer der Fall. Um einen möglichen Befall der Schwarzfleckenkrankheit zu verhindern muss die Periode bis zum Beginn der Peronospora – Spritzungen überbrückt werden. Das geschieht mit ca. zwei Folpetbehandlungen.

Herbizid – Streifenbehandlung

Es sind gleiche klimatische Bedingungen für eine erfolgreiche Herbizid- behandlung nötig wie für die Austriebsspritzung. Da und dort ist eine gute Wirkung von RoundUp bereits sichtbar. Bei RoundUp gibt es noch keine Neuigkeiten über eine Verlängerung der Bewilligung. Im Moment gilt der 31. Juli 2016 als Bewilligungsende und die Frist bis zum Aufbrauchen dauert bis 31.7.17.

Im Moment weiss ich von vielen Ansätzen, wie der Unkrautstreifen mechanisch behandelt werden könnte. Ich nehme gerne Mitteilungen, über Versuche, Konstruktionen und andere Denkansätze entgegen. Ich möchte bald einmal solche Erfahrungen vergleichen und zusammenstellen.

wein reben setzen

 

 

Neu – und Nach-Pflanzungen

Die letzten Wochen liessen die Winzer bereits etwas nervös werden. Sie möchten doch die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neuanpflanzung nutzen. Hand aufs Herz, liebe Winzer. Vor der kalten Sophie (15. Mai) ist mit dem Risiko eines Bodenfrostes immer zu rechnen. Nach meiner Erfahrung kann die Pflanzsaison um den 8. Mai beginnen.

In der Fachliteratur ist jetzt viel zu lesen über schlechte Bedingungen beim Pflanzen. Ein grosses Thema dabei ist das Herbizid Chikara, das vielfach dem RounUP beigemischt wird. Dieses Herbizid hat eine mehrjährige Wirkungsdauer und ist absolut schädlich für den Wurzelbereich der jungen Pflanzen. Deshalb sollen Anlagen, die bald erneuert werden, min. 2 Jahre nicht mehr behandelt werden!!!!

Bei Nachpflanzungen gilt es, diesen Effekt ebenso zu beachten. Die Feinerde, die ins Pflanzloch um die Wurzel gestreut wird kann mit Chikara, aber auch mit anderen Mitteln kontaminiert sein. Auch bei Nachpflanzungen müssen die Reben mit „viel Liebe und einem ordentlichen Gebet“ auf die lange Reise begleitet werden. Genau wie bei Totalrodungen müssen alte Wurzelteile entfernt werden. Diese können zu Hallimasch führen. Dieser Pilz ist vielmals verantwortlich für stetiges Absterben von Jungreben.

Bei Neuanlagen soll der Boden richtig vorbereitet werden. Die Wurzeltiefe einer Rebe soll Ziel sein beim Bearbeiten des Pflanzstreifens. Wer diese Vorbereitungen früh beginnt muss sich beim Pflanzen bereits mit einer Unkrautdecke befassen. Wer knapper plant schafft den Reben einen Vorsprung auf die Begrünung. Eine Begrünung soll die Reben in den Anfängen nie konkurrenzieren. Meist reicht in der ersten Zeit die Einsaat alle 2 Reihen.

Nach der Bereitstellung des Terrains werden die Reihen ausgestickelt. Durchgänge werden bestimmt und die spätere Bedrahtung an Pfählen in die Planung miteinbezogen. Das ist der letzte Termin, mit dem Rebschulisten die genaue Anzahl der Bestellung nochmals zu besprechen, allenfalls zu korrigieren.

Frühling

Die Begrünung ist bei Frostgefahr kurz zu halten. (Durchlüftung der Reihen). Die Arbeit des Erlesens ist noch nicht gekommen. Die erste Spritzung gegen den Falschen Mehltau ist noch lange nicht nötig. Dazu brauchen wir noch: Beispiel:

8 Tage mit Durchschnittstemperaturen von 18°C   oder

16 Tage mit Durchschnittstemperaturen von 13°C. Durchschnitt 24 Stunden.

Ich wünsche Allen einen tollen Frühling. Rechtzeitig, aber nicht extrem zu früh.

Weinreben Blühte

 

Klaus Schilling

 

 

Klaus Reben Info 4 /16 – Knospen

Liebe Winzerinnen, liebe Winzer, liebe Interessierte

Die Reben sind mit wenigen Ausnahmen !!!! jetzt geschnitten und auch angebunden. Wers noch nicht gemacht hat muss sich wohl beeilen.

Unsere Frühlingstagung findet zum richtigen Zeitpunkt statt. Jetzt gilt es die Spritzgeräte für eine ganze Spritzsaison fit zu machen. Das wollen wir am Kurs vermitteln. 35 Teilnehmer sind dabei. Erfreulich.

Die Knospen haben in der enormen Wärme der letzten Tage Energie getankt und kommen jetzt an den meisten Orten aus der Wolle. Die ersten grünen Organe zeigen sich.

Arbeit gibt es wohl im Rebberg noch keine. Ausser, dass eine vorgesehene Schwarzfleckenkrankheit – Spritzung in den nächsten Tagen fällig wird.

Die Herbizidanwendungen im Unterstockbereich werden in diesen Tagen gemacht. Vermutlich wird die Wirkung von RoundUP nicht optimal sich entfalten können, das der Boden überall eher trocken ist. Vielleicht hilft hier ein Zuwarten auf wüchsigere Klimabedingungen. Bei dieser Arbeit muss dringend überlegt werden, wie der Unterstockbereich in Zukunft bearbeitet werden kann. Im Moment ist nicht absehbar, dass die Bewilligung vor Ablauf in diesem Sommer erneuert wird. Ich werde in dieser Saison mich einmal um Alternativen kümmern. Überall wird mit Hochdruck an mechanischen Möglichkeiten studiert, gebastelt und geformt.

Hier hänge ich noch einen dringenden Aufruf für Trauben für einen Anlass im Museum Ballenberg an. Ich unterstütze diesen Aufruf. Für den besagten Anlass

braucht es kaum 80° Oe. Als Traubensaft sind selbstverständlich noch nicht ganz vollreife Trauben sehr willkommen. Bitte meldet euch. Bei Stefan.

Gruss Klaus Schilling

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Lieber Klaus

Ich bin auf der Suche nach ca. 700 kg weissen Trauben auf das WE 24./25. September, um in der Trotte auf dem Ballenberg an zwei Herbstfesttagen Traubensaft zu pressen. Zwei derartige Veranstaltungen waren bisher sehr erfolgreich. Die bisherigen Lieferanten stehen uns leider nicht mehr zur Verfügung.

Würdest Du für die Ostschweizer Fördergesellschaft für das Freilichtmuseum Ballenberg einen entsprechenden Aufruf an Deinen Mailverteiler richten? Die OFG kann einem oder zwei Lieferanten die Möglichkeit geben an diesem WE ihre Produkte auf dem Ballenberg zu präsentieren.

Ca. 700 kg weisse Trauben
Geliefert auf Sa. 24.9.2016 09:00 auf das Gelände des Freilichtmuseum Ballenberg
Preis bis max. Fr. 4.-/kg
Möglichkeit zur Präsentation von Weinen an den zwei Tagen.

Mit herzlichen Grüssen erwarte ich gerne Deine Antwort.

Stefan

Müli Zürisee Mühlerain 4 8712 Stäfa 044 926 20 30

Klaus Reben Info 5 /16 Frühlingstagung vom 9. April Thema Spritztechnik

Spritztechnik

Spritztechnik, Frühlingstagung vom 9. April

Unten angehängt habe ich Euch ein erstes Mal die Einladung zu meiner Frühlingstagung.

Auf meinen Touren durch die Betriebe habe ich festgestellt, dass der Umgang mit der Pflanzenschutzgerätschaft nicht überall richtig gehandhabt wird. Ist ja auch schwierig. Darum möchte ich für folgende Fragen eine Antwort bieten:

  • Welchen Einfluss hat die Tröpfchengrösse auf das Spritzbild?
  • Welche Düsen garantieren eine umweltschonende Applikation?
  • Welchen Einfluss hat die Gebläsetechnik auf die Spritzarbeit?
  • Ab wann wird jede Zeile gespritzt?
  • Wie wird die Spritze eingestellt für 200 Liter im Frühling, 400 Liter Ganze Laubwand, 800 Liter Austriebspritzung, 300 Liter Botrytisbekämpfung?
  • Wie rechne ich bei der Anwendung von Rückenspritze oder Atomiseur?

Dazu habe ich 2 Referenten eingeladen. Res Wirth spricht über die neusten Regelungen, die vom Gesetz verlangt werden. Ron Wohlhauser von Syngenta Basel ist ausgewiesener Spezialist für Applikationstechnik. Seine Vorträge sind geprägt von sehr viel Erfahrung in der Spritztechnik bei Versuchen.

Ich empfehle die Tagung sehr. Bitte anmelden.

Bewilligungsänderung:

Agroscope meldet eine unsachgemässe Veröffentlichung einer Bewilligung:

“In der Beilage zur Flugschrift 124 (Mittelliste Rebbau) hat es einen Fehler. Auf Seite 6 bei den Tankmischungen Flint (0.025%)+Cyrano (0.2%) od. Folpet (0.125%) od. Melody Combi (0.15%) steht „ab Blüte bis Traubenschluss, primär gegen Botrytis“. Seit 2007 sind diese Tankmischungen bis spätestens Mitte August zugelassen und seit 2014 empfiehlt die Firma Bayer speziell die Tankmischung Flint (0.025%) + Cyrano (0.2%) beim Farbumschlag/Beginn Beerenreife, auch um die Anzahl nachweisbare Rückstände mit ihrem Spritzplan zu reduzieren. Die Empfehlung von Bayer ist zulässig und in der französischen Version der Agroscope Mittelliste steht seit 2016 „de la floraison à mi-août au plus tard“.

Wir werden die online verfügbare deutsche Version entsprechend der französischen Version abändern zu „ab Blüte bis spätestens Mitte August“ und in der ersten Ausgabe der Pflanzenschutzmitteilung für der Obst- und Rebbau auf diese Korrektur hinweisen. Wir bitten euch, dies auch bei eurer Beratungstätigkeit zu berücksichtigen.”

Andreas Naef, Dr.

Leiter Forschungsgruppe Extension Obstbau”

Bitte bei der Anwendung der beschriebenen Mittel die neuen Vorschriften beachten.

Reben gesucht:

grösserer Rebberg oder neu zu bestockende Rebfläche in den Gemeinden Stäfa/Uerikon, Männedorf, Feldbach oder Umgebung.Kauf oder Pacht.Sich melden bei Klaus Schilling

Schere zu verkaufen:

Elektro Rebschere Felco 800
Jahrgang 2008
Betriebsstunden: 80, nachweisbar/

Preis Fr. 500.-
Ruedi Schrämmli, Im Leemann 6,   8805 Richterswil
Phone 044 785 06 04               Handy 079 586 76 23

Reben

Die Reben sind meist noch in Winterruhe. Da und dort hat sich die Wolle bereits aus den Knospenhüllen befreit. Es wird sicher Zeit, sich mit dem Anbinden der Triebe an den Draht zu befassen. Am besten lassen sich die Triebe nach einem Regen biegen. Bei zu spätem Anbinden könnten die Knospen brechen.

 

Klaus Schilling

7.3.2016

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Klaus Reben Info 3 /16 Glyphosat / Brief Bayer / Reise nach Dresden

Reben Info

Schnittkurs

Erfreulich war der Besuch an unserem Schnittkurs vom letzten Samstag in Stäfa. 25 Winzerinnen, Winzer und Interessierte haben sich bei Gusti Pünter versammelt um Tipps beim Schneiden zu erhalten.

Sicherheitskurs BUL

Am nächsten Donnerstag findet der Sicherheitskurs für Weinbaubetriebe unserer landwirtschaftlichen Sicherheitsorganisation BUL (ähnlich wie SUVA) in Uerikon statt. Dieser für alle Betriebe, die mit Rebbaumitarbeitern arbeiten, obligatorische Einführungs- oder Wiederholungskurs soll die Gefahren auf unseren Betrieben aufzeigen und uns sensibilisieren mit grösstmöglicher Sicherheit all unsere Arbeiten machen zu können.

Glyphosat

25 000 Unterschriften wurden gesammelt und in einer Petition an die Behörden überreicht. Das Glyphosat (RoundUP und andere) soll verboten werden. Leider ist den Initianten wohl kaum bekannt, dass dieses Herbizid in Anwendung zur Streifenbehandlung im Rebbau und im Obstbau kaum unter die Kategorie wahrscheinlich krebserregend fällt. Da geraten wohl andere internationale Anwendungen in anderen Kulturen ins Visier von Konsumentenschutz und Greenpeace.

Ich meine, dass in dieser Saison die Anwendung noch bewilligt bleibt. (siehe Beiblatt Änderungen) Sicher aber wird der Druck sich weiter steigern und wohl schon bald zu einer Bewilligungsanpassung oder zu einem Verbot führen. Darum gilt es sich zu befassen mit Alternativen.

Immer mehr gibt es inzwischen brauchbare Geräte für die mechanische Unkrautvertilgung. An den Ausstellungen kann man sich darüber informieren. Gleichwertige Herbizide sind als Ersatz nicht verfügbar.

Pflanzenschutzmittel
Alle Spritzmittel, die wir anwenden, haben die langfristige Bewilligung verloren. Periodisch müssen die Pflanzenschutz-Firmen ihre Mittel wieder neu beantragen und von den Behörden prüfen lassen. Dafür werden immer wieder neue Kriterien herangezogen. Zum Beispiel:

Während früher im Tausendstelbereich die Rückstandsanalysen ermittelt wurden, werden heute Millionstelgramme nachgewiesen. Das führt natürlich auch dazu, dass die ganze Geschichte einer Spritzsaison nachweislich bei den Proben nachgewiesen werden kann.

Die Giftigkeit für Anwender (Rebbauern und Hilfspersonal bei den Rebarbeiten) wird neu beurteilt. Das führt zum Entzug der Mittelbewilligung oder zur Vorschrift, dass nach dem Spritzen nicht im Rebberg einige Tage gearbeitet werden darf oder nur mit Handschuhen.

Die Giftigkeit für die Umwelt wird neu beurteilt. Viele Mittel dürfen nicht mehr in der Nähe von Gewässern angewendet werden. Das heisst, dass gewisse Mittel bereits eine Abstandsregel von 60 Metern bis zum nächsten Bach oder dem See einhalten müssen.

Ich empfehle, beim nächsten Sturmtief einmal alle Gebrauchsanweisungen der neugekauften Spritzmittel zu prüfen. Für alle alten Mittel müssen die aktuellen Empfehlungen im Internet abgerufen werden. Nicht mehr bewilligte Spritzmittel unbedingt ausmerzen. (Rückstandsprobennachweis!!)

Bewilligungsänderungen 2016

Ich hänge nochmals alle Änderungen der Bewilligungen diesem Mail an. Achtung: Firmen ihre Aktivität eingestellt. Andere haben Mittel selbständig nicht mehr zur Bewilligung angemeldet

Brief Bayer

Die Entschädigungen für die Schäden im Rebberg durch Moon Privileg sind in Bearbeitung. Offen ist offenbar noch die Entschädigung der Ausfälle im Keller.

Moon Experience hat nach Ansicht der Firma keine Schäden verursacht. Die Bewilligung für die Anwendung ist aber abgeändert worden. Dieses Mittel darf nur noch so angewendet werden: 2 x Experience oder 1x Experience + 1x Profiler oder 2 x Profiler. Also max 2 Anwendungen bis zum Traubenschluss (!) gesamt. Neuste Gebrauchsanweisungen im Internet abrufen: www.agrar.bayer.ch

Agridea – Wert Pflanzenkapital

Die Reben werden immer älter bis sie ausgerissen und ersetzt werden. Die Werte des Pflanzenkapitals (Roden, Neupflanzen, Setzlinge, Drahtanlage und 3 Jahre Pflege) werden bis heute auf 25 + 3 Jahre amortisiert. Bei den neuen Sorten reicht das wohl im Moment. Traditionelle Sorten wie Blauburgunder und Riesling Sylvaner und auch Räuschling bräuchten aber eine verlängerte Amortisationsrate. Bei Ende des Pachtvertrags oder bei Generationenwechsel auf dem Betrieb ist der Werte alter Reben immer noch nachweisbar vorhanden.

Agridea, unser fast amtlicher Lieferant von Zahlenmaterial für eine ordentliche Schätzung des vorhandenen Pflanzenwertes hat diese Zahlen neu berechnet. Im März findet eine Einführung in Ligerz und Schafis am Bielersee statt. Ich werde mich dort umhören und hoffentlich wieder neu aufdatiert.

Reise nach Dresden

Ich habe eine sehr interessante Reise nach Pillnitz, Dresden, Radebeul und Maissen erlebt. Mit einem örtlichen Berater konnte ich die Eigenheiten des Sächsischen Weinbaues ergründen. In der Fachzeitschrift für Obst- und Weinbau von Wädenswil werde ich einen Bericht veröffentlichen.

In Dresden wurde in der letzte Woche in einer Tageszeitung eine Meldung veröffentlich, dass nachweislich die 2015 die KEF mit verbotenen Mitteln vertrieben wurde. Das sollte uns eine Warnung sein ………..

Klaus Schilling, Aesch 9.2.2016