Klaus Reben Info: Verreiseln, Schliessen der Trauben, Kappen der Reben, Knospenentwicklung, Vergilbung, KEF, Spritzmitteln

Liebe Interessierte

Entwicklung und Verreiseln

Die Reben entwickeln sich eigentlich prächtig. Jetzt ist aber auch abschliessend zu begutachten, welchen Schaden das Verrieseln gebracht hat. Dieser Schaden ist unterschiedlich in der Region, aber auch bei den Sorten. Frühblühende Sorten hats eher erwischt. Aber auch Normalblüher, wie Sauvignon blanc und die Kreuzungen von Gamay x Reichensteiner, Gamaret und Garanoir haben Schäden an den Fruchtständen, die nicht oder kaum erklärbar sind. Einen Versuch einer Erklärung habe ich in der letzten und vorletzten Info bereits formuliert.

Schliessen der Trauben

Die meisten Trauben sind bereits geschlossen oder werden in den nächsten Tagen die Grösse erreichen, wo zum letzten Mal die Spritzbrühe direkt zum Stil gelangen kann. (Botrytisbekämpfung) Darum sollten die Entblätterungsaktion langsam beendet sein.

Kappen der Reben

Das frühe Kappen, das Einkürzen der Reben ist sehr wichtig. Einerseits wird die Kraft zum Vorwärtswachsen gestoppt. Diese Energie wird umgeleitet in die Organe, die jetzt wichtig werden. Das sind die heranwachsenden Trauben und die immer wichtiger werdenden Geiztriebe. Die Geiztriebe übernehmen jetzt die Arbeit der unteren Blätter, die herausgenommen wurden oder nicht mehr voll assimilieren können. (Alter). Aber auch die Geiztriebe bedürfen später wieder einer Einkürzung.

 

Knospenentwicklung

Die Winterknospen, die im nächsten Jahr verantwortlich sind für die Triebentwicklung und die Fruchtbarkeit, werden jetzt gebildet. Wenn wir einen nassen Juli und August erleben, ist im nächsten Jahr  mit kleinen Gescheinen zu rechnen. Wenns sonnig ist in den Sommermonaten, dann sollen grosse Gescheine uns im kommenden Jahr erfreuen. Zu einer grossen Ernte aber braucht es dann doch noch etwas mehr. Nämlich gute Bedingungen bei der Blüte, kein Hagel und keine Krankheiten. Im Moment sieht es also für 2017 recht gut aus.

 

KEF – Kirschessigfliegen

Innerhalb einer Woche wurden die nicht mit Netzen geschützten Kirschbäume, aber auch die Beerenanlagen von den Kirschessigfliegen in ein Desaster verwandelt. Die grossen Regengüsse vor einer Woche lassen uns erahnen, wie es weitergehen könnte bei den Reben. Zu diesem Thema habe ich euch ein Papier angehängt. Newsletter Mitte Juli 2016 der Agroscope.  Interessant zu lesen. Ich bin aber erstaunt, dass keine Schadensmeldungen aus der Deutschschweiz vorliegen. Deutschschweizer leiden vermutlich ohne zu klagen…..

 

Goldgelbe Vergilbung

Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass wir noch weitere Schädlinge in unseren Rebbergen zu erwarten haben. Zum Beispiel die Goldgelbe Vergilbung. Diese Krankheit wird durch die Amerikanische Zikade verbreitet. Dieses Insekt beginnt nun die Schweiz von Süden über den Westen her zu erobern. Ob es bereits in der Deutschschweiz vorhanden ist wird ein Monitoring herauszufinden haben. Dieses Monitoring beginnt in den nächsten Tagen auch im Kanton Zürich. Für die Winzer ist es sicher richtig, sich bereits jetzt schon mit der Krankheit zu befassen. Dazu habe ich einen Link erhalten, der recht informativ ist.

 

http://www.der-winzer.at/?id=2500,5510310&uid=5226853 <http://www.der-winzer.at/?id=2500,5510310&uid=5226853

 

Haltbarkeit von Spritzmitteln

In meiner Beratung habe ich es meist mit kleinen und Kleinstwinzer zu tun. Für die Winzer mit 10 oder 20 Aren Reben gibt es auf dem Markt meistens nur ungeeignete  Gebinde-Mengen von Spritzmitteln. Die angebotenen Spritzmittel reichen über Jahre. Dazu aber müssen einige Informationen bewusst gemacht werden:

–       Spritzmittel haben eine Haltbarkeitsdauer. Frost und Feuchtigkeit, aber auch das Alter selber setzen den Mitteln zu und verringern die Wirksamkeit. Auch können sich negative chemische Veränderungen einstellen.

–       Spritzmittel durchlaufen eine periodische Prüfung. Die Bewilligung kann zurückgezogen werden oder die Behörden verweigern eine weitere Anwendung. Jedes Spritzmittel kann heute im Endprodukt nachgewiesen werden.

–       Spritzmittel können die Wirkung wegen Resistenzen und Toleranzen im Laufe der Jahre verlieren.

–       Heutige Spritzpläne enthalten immer mehrere Mittel, um die Resistenzen zu umgehen. Mit einem einzigen Mittel kann heute nicht mehr das ganze Jahr abgedeckt werden.

–       Auch Herbizide haben eine Bewilligung, die ablaufen kann.

Es gilt also, den Spritzschrank wieder einmal zu kontrollieren, Alte Mittel sollen entsorgt werden. Einen Blick in einen modernen Spritzplan der Firmen und von Agroscope zu werfen, lohnt sich.

Ich bin gerne bereit einmal an einer Wintertagung das Thema alte Spritzmittel zum Anlass zu nehmen. Und vielleicht finden sich an einem solchen Anlass dann Betriebe, die gemeinsam moderne Spritzmittel kaufen. (z.B. 1 Kilo für 4 Betriebe)

 

Freundliche Grüsse    Klaus Schilling

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