Reben – Info Mitte Juni 2018

Liebe Interessierte

Schon sind es wieder 15 Jahre her seit dem Jahrhundertjahrgang 2003. Dieses Ausnahmejahr hat uns damals eine der frühsten Ernten beschert. Und schon zeigen uns die diesjährigen phänologischen Stadien, dass wir ähnlich früh sind mit der Entwicklung im Rebberg.

Im Moment können wir das Stadium 73 oder 74 beobachten. Das heisst, die Trauben beginnen sich abzusenken oder sind bis Ende Woche hängend.

Stadium 74:

2018 19.  Juni

2016 14. Juli

2015 29. Juni

2014 22. Juni

2013 19. Juli

2003 20.  Juni

10 Jahresvergleich

4. Juli

Hoffen wir nun, dass diese Entwicklung durch nichts gebremst wird.

Verblühte Trauben

Die verblühten Trauben zeigen deutlich, dass die heisse Witterung während der Blüte leichte Verrieselungen verursacht hat. Das aber als Nachteil zu werten ist nicht angebracht – im Gegenteil. Lockere Trauben sind immer ein Vorteil.

Es sind immer noch riesige Erntemengen zu erwarten, wenn diese nicht von den Winzerinnen und Winzern reguliert werden. Je früher diese Arbeit gemacht wird, je mehr Reserve bleibt für die Reife der gewünschten Trauben übrig. Die Entfernung der 3. und 4. Traube ist erfahrungsgemäss die richtige Entscheidung. Beim Weichwerden der Trauben wird dann erst eine Feineinstellung der gewünschten Menge gemacht. Beim Blauburgunder helfen dabei die eingefärbten und noch grünen Trauben beim richtigen Eingriff für eine Qualitätssteigerung.

Falscher Mehltau / Peronopora

Beobachtungen am Zürichsee zeigen, dass die Winzerinnen und Winzer eine erfolgreiche Strategie gegen den Falschen Mehltau, aber auch gegen den Echten Mehltau gefahren sind. Nur sehr wenige Oelflecken sind bei den Laubarbeiten gefunden worden. Das ist erfreulich. Ob die Prognose von Agrometeo recht bekommt, wenn sie in den kommenden Tagen neue Infektionen voraussagt ist wohl fraglich. Gewitter sind aber angesagt. Darum ist der Pflanzenschutz weiter regelmässig auszubringen.

Man beachte, dass die meisten Mittel gegen beide Mehltaukrankheiten nur eine beschränkte Anzahl Spritzungen erlauben. Also nach Spritzplan die Mittel wechseln.

Laubarbeiten

Es ist zu rechnen, dass sich bereits in ca. 2 Wochen die Beeren zu schliessen beginnen. Kurz vor dem Schliessen ist eine Behandlung gegen die Botrytis ganz wichtig. Darum soll bis zu diesem Zeitpunkt die Traubenzone entblättert oder zumindest stark ausgelichtet sein, damit die Spritzmittel dorthin gelangen, wo sie hinmüssen, nämlich zum Stielgerüst in den Trauben.

Wer maschinell entlaubt wird im jetzigen Stadium bewusst die noch nicht hängenden Trauben verletzen, resp diese verkleinern. Für mich ein gewagtes Unterfangen ……..

Das Überhängende Laubwerk wird in diesen Tagen eingekürzt. Für die maschinelle Bearbeitung ist man darauf angewiesen, dass die Triebe noch stehen. Für die Handarbeit ist dieses Gebot weit weniger wichtig. Das Einkürzen bewirkt einerseits das Bremsen der unnötigen Produktion von Blattmaterial und anderseits wird durch das Kappen die erwünschte Produktion von Geiztrieben gefördert.

Bodenarbeiten

Um die Oekologie zu fördern ist ein alternierendes Bearbeiten der Rebreihen angebracht. Auch in den Sommermonaten noch. Der grösste Bedarf an Stickstoff ist für die Blütezeit nötig. Mulcharbeiten fördern die Bereitstellung von Stickstoff durch eine schnelle Verrottung.
Die Stickstoffzufuhr ist in der Reifephase der Trauben aber nicht mehr erwünscht. Fäulnis, Botrytis kann vermehrt auftreten. Darum wäre eigentlich eine Umstellung von Mulchen auf Mähen vorteilhaft. Die Verrottungszeit verlängert sich dabei merklich. Aber eben ………. Wer verzichtet schon gerne auf eine schnelle und speditive Mulcharbeit mit dem Traktor……

Übrigens

Der neue Rebbaukomissär für den Kanton Zürich ist gewählt worden……

Klaus Schilling 18. Juni 2018

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