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Spargelwein – Blinddegustation mit Foodparing

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Pinot R(h)ein – Vertikale 2006-2013 – grosses Pinot Kino!

Pinot R(h)ein, ein Projekt von 4 engagierten Weingüter aus dem Bündner Rheintal. Genauer gesagt sind das Weingut Hansruedi Adank, St. Luzi, Fläsch Hanspeter Lampert, Weingut Heidelberg, Maienfeld, Ueli und Jürg Liesch, Weingut Treib, Malans und das Weingut Cicero, Zizers mit Uwe Schneider (das Weingut Cicero ist bis zum Jahrgang 2014 Teil des Projekt). Das erklärte Ziel ist das Terroir des Jungen Rhein mit einem ausserordentliches Cuvée aus den besten Pinot Noir Barriques in R(h)einkultur zu einem Wein pro Jahr zur vereinen.

Pinot R(h)ein - Die Winzer

Die Idee und die Geschichte

Am Anfang standen befreundete Winzer und ihre gemeinsam geteilte Leidenschaft für Beruf, Terroir und ihre Weine. Und es verband sie die Faszination für die Tiefgründigkeit und Finesse des Pinot Noirs.

Gemeinsam degustierten sie, diskutierten sie und brachten sich auf neue Ideen. Und irgendwann stand die Frage im Raum: Wie wäre wohl ein Wein, der aus den besten ihrer Pinots zu einem reinen und langlebigen Wein assembliert würde?

Die Regeln

Die Grundlage des Pinot R(h)eins bildet je ein Ausnahme-Barrique aus jedem Weingut. Die Winzerfreunde setzen sich selbst strenge Richtlinien:

  • Der Ertrag liegt bei nur 3.5 dl pro Quadratmeter und orientiert sich dabei an den besten Weinen aus dem Burgund.
  • Die Assemblage wird für 12 Monate in ein- oder zweijährigen Barriques gelagert.
  • Die Barriques enthalten ausser dem notwendigen Schwefel nichts als Pinot Noir.
  • Das Resultat ist Vielfalt und Vielschichtigkeit. Eine langlebige Assemblage, die vielleicht besser ist, ganz bestimmt aber anders als alle ihre Einzelteile.

Pinot R(h)ein - Pinot Noir

 

Das Resultat

Am Montag den 6.6.2016 luden die 4 Winzer zu einer Vertikalen der Jahrgänge 2006 – 2013 ein. Die Winzer erklärten die klimatischen Bedingungen der jeweiligen Jahrgänge, was sich klar im Wein widerspiegelt:

2006, der Ewige

Der erste gemeinsame Jahrgang. Der Wein ist noch voll da, trotz der 10 Jahre.

Das Jahr: kalter Winter, wechselhafter Frühling, trockener Juni und Juli, regnerischer August, schöner Herbst.

Degustationsnotizen: Reife bis überreife Beeren, ausgewogene Holzaromen. Weicher und harmonisch im Gaumen, schön gereiften Gerbstoffen. Trotz tiefer Säure sehr erfrischend.

2007, der Schlichte

Das Jahr: sehr frühe Blüte, wechselhafte und lange Vegetationszeit mit idealer Aromabildung.

Degustationsnotizen:  Rote Beeren, etwas Cassis mit leichter würzige Noten von Nelken und Minze. Immer noch sehr frisch und ansprechend. Ausgewogenes, noch leicht kerniges Tannin. Langer, voller Abgang. Schlicht und schön.

2008, the body

Das Jahr: milder Winter, trockener Frühling, goldener Oktober, lange Reifephase.

Degustationsnotizen: Schwarze Kirschen würzigen Aromen. Spannend im Gaumen mit schönen, frischen, kernigen Gerbstoffen. Die lange Reifephase erkennt man an der komplexen Struktur im Gaumen. Für mich der im Moment am schönsten zu drinkende Pinot R(h)ein. Grosse Pinot Kino!

2009, der Harmonische

Das Jahr: sehr warm, frühe Ernte, sehr gesundes Traubengut.

Degustationsnotizen: Spannende, komplexe Nase mit leichten Reifenoten (Schnüffel-Nase). Reife Früchte, leicht an Konfitüre erinnernd. Breiter, runder Auftakt. Sehr dichte, warme, weiche Struktur. Sehr füllig und langanhaltend mit einer weichen Säure. Könnte auch ein Pinot aus einer wärmer Gegend sein. Man merkt ganz klar die Sonne im Wein.

2010, der Schlanke

Das Jahr: drei extreme winterliche Kältewellen, Warten auf den Föhn, späte und lang andauernde Ernte.

Degustationsnotizen: Frische Erdbeeren und florale Noten. Im Gaumen voller Subtilitäten und Finessen. Konzentriert, dicht, mit der richtigen Prise Würzigkeit ausgestattet. Er kommt schlank aber elegant daher. Sehr schöner Pinot

2011, der Siegerwein am Grand Prix du Vin Suisse

Das Jahr: lange Schönwetterperiode im Herbst, sehr gute Traubenqualität.

Degustationsnotizen: Himbeeren, Vanille, kalter Rauch, Minze. Ausgewogener Gaumen, gute Frucht, feines Tannin, kräftige süsse Struktur, langer frischer Abgang.

2012, der Offene

Das Jahr: durchzogenes Wetter im Herbst, kurze Föhnphase vor der Ernte, reifes Traubengut.

Degustationsnotizen: Feine, offene Nase mit reifen Früchten, etwas Kirsche und Erdbeeren.  Würzigkeit, feingliedriges Tannin, geschmeidig, rund. Gut eingebaute Säure, viel Frische, angenehmer Abgang.

2013, der Dunkle

Das Jahr: oft wechselhaft, kleiner Ertrag durch Verrieselung ausgezeichnete Qualität, was sich mit einer ganz dunkle Farbe im Glas widerspiegelt.

Degustationsnotizen: Johannisbeeren, Erdbeeren, und Kräuter. Ausgewogener, fein konzentrierter und eleganter Gaumen. Dichte, Langer Abgang.

Mein Fazit

Nach der Degustation der 8 Jahrgänge kann ich sagen, dass die Idee der 4 Weingüter sehr gut umgesetzt ist. Die Idee wird gelebt und man spürt die Leidenschaft der Winzer und Pinot R(h)ein ist kein reines Marketing Gebilde, sondern sie zeigen auf einem sehr hohen Niveau was Pinot Noir sein kann. Jeder Jahrgang war anders, das Spiel der verschiedenen Aromen macht sie so spannend. Die Qualität der Weine ist hoch und es macht spass die Weine zu trinken.

Die Weine kann man für CHF 52 (2013) resp. CHF 57 (2010, 2009, 2008, 2007 oder 2006) einzeln oder die ersten 6 Jahrgänge zusammen (2006 – 2011) für CHF 350 direkt bei Pinot R(h)ein kaufen.

Prost Pascal

Danke an die Winzer Hansrudi, Hanspeter, Ueli, Jürg, Uwe für die schönen Weine und Dominic und Benno von Herzog & Vonbach für die Einladung und die Organisation

 

 

 

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Sauvignon blanc vom Zürichsee

Bei einer Diskussion über  Zürichsee Wein, meinte ein Wein Journalist ‘Man hat am Zürichsee, bei den Weissweinen, das Gefühl, dass die Winzer alle aus der gleichen Schule kommen, vieles schmeckt gleich und eher unspektakulär’. Da ich ja am Zürichsee wohne und ein paar Winzer und ihre Weine kenne, hatte ich eine andere Meinung und Bezog die Aussage, wohl mehr auf die Vermutung, dass der besagte Journalist die Aussage auf Riesling x Silvaner (Müller Thurgau) Weine bezog, welche zwar die meist angebaute Weißweintraube am Zürichsee ist aber sicher nicht die interessanteste.

Für mich sind die interessantesten Weisswein vom Zürichsee und mit langer Tradition: Räuschling und Freisamer, diese werde ich aber in einem späterem Bericht gesondert behandeln.

Längst haben aber auch internationale Weisswein Trauben, wie Chardonnay, (Rhein) Riesling, Pinot blanc, Pinot gris, Viognier und auch Sauvignon blanc im Zürichsee Einzug gehalten.

Einer der von Anfang an auf ein breite Weisswein Sortiment setzte war Erich Meier aus Uetikon:

Hier ein  Weisswein Tipp für internationale Weintraube von Zürichsee:

Sauvignon blanc 2014, Erich Meier

Sauvignon blanc - Erich MeierIm Glas: schöne klare strahlende Farbe

In der Nase: Ein breites Spektrum auf Holunder, Maracuja, Stachelbeeren, Grapefruit

Im Gaumen: Saftig und intensive, guter Schmelz, schöner Abgang

Fazit: Ein Wein zum lange schnüffeln, mit gutem Trinkfluss. Vom Typ mehr in Neuseeland als in der Steiermark (dazu fehlt etwas die Knackigkeit) aber definitive kein Langweiler.

Bewertung: 16 Punkte

Preis:  CHF 25.-

Bezugsquelle: Weine Online: Jegglin Weine  oder ab Hof

 

Prost Pascal Burckhardt

 

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Penfolds Max’s Shiraz Cabernet 2014, zu Ehren Max Schubert

Das Weingut Penfolds ehrt die australischen Kellermeister-Legende mit dem

Penfolds Max’s Shiraz Cabernet 2014

Max Schubert der Vater des wohl berühmteste Weins Austalien «Grange», hat den Weinbau in seinem Land geprägt wie kein andere. Er war 27 Jahre Chef-Kellermeister bei Penfolds und währe am 9. Februar 100 Jahre alt geworden. Max Schubert war ein Autodidakt und Penfolds ehrt mit dem Max’s Shiraz Cabernet 2014 sein Schaffen.

Max Schuberts Leben
Max Schubert hat sich bei Penfolds als Lierferjungen angefangen und sich zum Chef-Kellermeister hochgearbeitet. Schubert hat nie ein Studium der Önologie abgeschlossen, er war ein Mann der Praxis, der sich durch Beobachtung und eigene Erfahrungen das Weinmachen beigebracht hat. Der Erfinder des «Grange» und der«Bin» Weine war ein Wegbereiter des weltweiten Erfolges des Australien Weins.

Penfolds Max's Shiraz Cabernet 2014Penfolds Max’s Shiraz Cabernet 2014

Im Glas klares Rubinrot mit violetten Reflexen.

In der Nase nach riefen Roten Beeren und Eucalyptus

Im Gaumen zupackend, voll, weiche Tannine, etwas Carmel.

Fazit: Toller Wein, angenehm nicht überholzt aber noch etwas jung.

16.5 Punkte

CHF 29.90

Bezugsquelle: Rutishauser Barossa Weinkellerei

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Turbulente Weine der Familie Candrian, Mas Cantrio, DOQ Priorat, Razzmatazz

razzmatazz = turbulent

Im Frühling vor einem Jahr war ich mit meiner Familie in den Ferien in Barcelona. Barcelona ist eine pulsierende Stadt mit einem regen Nachtleben. Der Musikclub Razzmatazz ist eine Institution in Barclona, auch für Live Musik. Meine Töchter und ich hatten ein tolles Live Konzert von Dub Fx im Razzmatazz erlebt. Anscheinend hat das Razzmatazz nicht nur bei mir einen bleibend Eindruck hinterlassen, denn  vor einem Monat bin ich wieder auf Razzmatazz gestossen, diesmal in Zusammenhang mit Wein und Schweizern. Das Projekt Mas Cantrio, DOQ Priorat, der Gebrüder Aron, Martin und ihrem Vater Hans hat mich sehr begeistert.

Ein Film des RTR (mit deutschem Untertitel) zeigt das ganze Projekt sehr schön:

 

Im Jahr 2005 wagte sich die Familie Candrian aus Sagogn nach Spanien, um Ihren eigenen Wein zu produzieren.

Eigentlich begann alles schon viel früher. Im Jahr 2000 besuchte Martin Candrian zum ersten Mal die Weinregion Priorat und war auf Anhieb begeistert von den uralten Rebstöcken auf den schwarzen Schiefersteinböden. Es war Liebe auf den ersten Blick. In den folgenden Jahren bereiste Martin mehrmals das Priorat. Er war immer wieder von Neuem fasziniert und konnte gute neue Freunde aus der lokalen Weinszene gewinnen.
Auf einer seiner Weinreisen in das Priorat nahm Martin seinen Bruder Aron und Vater Hannes mit, die auf Anhieb fasziniert waren von der Region, den Leuten und ihren ausgezeichneten Weinen. So beschlossen sie, sich ihren eigenen Weinberg zu suchen. Dies war jedoch nicht einfach und die mittlerweile boomende Weinregion Priorat hat dies noch erschwert.
Im Jahre 2005 hat es dann geklappt und sie haben ein 7 Hektar grosses Grundstück, in Spanien Finca genannt, mit 3 Hektaren Reben gefunden. Nun sah dies alles nicht so paradiesisch aus wie man sich das so vorstellt, eine harte Zeit stand vor den Candrians, die Weinreben waren nicht alle nach ihren Vorstellungen gepflanzt. So haben sie 2/3 des Rebbergs rausgerissen und neu bepflanzt. Das Haus wurde renoviert und so manches weitere wurde auf dem Grundstück bearbeitet und optimiert.

Die erste Ernte: 2009 
Mit den neu gepflanzten Reben und den bestehenden 25 Jahre alten Garnacha-Rebstöcken konnte die Familie Candrian dann 2009 ihre erste Ernte einfahren. Die Reben hatten einen sonnenverwöhnten Sommer hinter sich und lieferten eine ausgezeichnete Traubenqualität.
„Authentisch, einzigartig und naturbelassen soll unser Wein sein.“ sagt Martin Candrian. „In unserem Wein sollen die Mineralität der Schiefersteinböden, die Rebsorte und das Jahr optimal zum Ausdruck kommen!“
Wie benennt man seine ersten Wein? Nach 10 anstrengenden, chaotischen und turbulenten Jahren wurde er danach benannt: razzmatazz (Bedeutung: turbulent).

Die folgenden Jahrgänge
Nach dem erfolgreichen Jahrgang 2009, wussten die Bündner einmal mehr was ihr Weg ist. Doch ist es so, dass auch im Priorat jedes Jahr neue Bedingungen herrschen bezüglich Vegetationsverlauf und des Traubenzustandes und der Qualität. Diese Jahresunterschiede und die Jahrgangstypizitäten sollen dann zusammen mit ihren Vorstellungen jedes Jahr die Stilistik ihres razzmatazz prägen. Nach ein paar razzmatazz-Ernten waren auch Erfahrungen gesammelt und so auch die Möglichkeit, ihren Wein nach ihren Idealvorstellungen zu kreieren. Das heisst, im Wein sollen reife Fruchtaromen dominieren, Eleganz und Finesse, begleitet von den typischen mineralischen Noten, die den Wein zusätzlich frischer wirken lassen. Die Eichenholznoten sollen sauber und gut integriert sein, ohne aufdringlich zu wirken. Das Tannin reif und von seidiger Textur. Trotzdem sind die Jahrgangsunterschiede deutlich zu erkennen und machen den razzmatazz so jedes Jahr zu einem spannenden Unikat.            

Hier meine Eindrücke von den dem Razzmatazz 2012 und 2013:

Razzmatazz 2012, Mas Cantiro, DOQ Priorat

Produkion: 7533 75cl Flaschen, 120 Doppel Magnum, 10 15 Liter Nebukadneza

Cuveé: 50% Garnacha, 30% Carinena, 20% Syrah

Im Glas: kräftiges Rubinrot

In der Nase: Reife Kirschen, dunklen Waldbeeren und leichte würzige florale und mineralischen Noten. Sehr vielschichtig.razzmatazz-mas-cantrio-2012-2013

Im Gaumen: frisch, zupackend, stoffig. Tannine gut eingebunden, angenehme Säure. Langer Abgang.

Fazit: Ein Wein der Spass macht zum einem kräftigen Essen oder Hartkäse. Ein Wein zum karafieren

Punkte: 17 Punkte

Razzmatazz 2013, Mas Cantiro, DOQ Priorat

Produkion: 6691 75cl Flaschen, 120 Doppel Magnum, 10 15 Liter Nebukadneza

Cuveé: 50% Garnacha, 25% Carinena, 25% Syrah

Im Glas: kräftiges Rubinrot

In der Nase:  Kirschen, dunklen Waldbeeren und leichte würzige florale und mineralischen Noten. Sehr vielschichtig.

Im Gaumen: frisch, zupackend, stoffig. Tannine gut eingebunden, angenehme Säure. Langer Abgang.

Fazit: Noch etwas jung, Ein Wein der Spass machen wird. Unbedingt karafieren oder noch ein Jahr im Keller lagern.

Punkte: 16.5 Punkte

Bezugsquelle direkt bei  Mas Cantrio

Preis CHF 35

Hinweis: Jedes Jahr präsentiert die Familie Candrian ihre Weine  allen Interessierten, so auch dieses Jahr, am Samtag, 28. Mai, von 13 bis 20 Uhr in Sagogn

Prost Pascal

 

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Familie Illy eröffnet ihren goldenen Keller – Podere Le Ripi

Podere le Ripi

Am 20. Februar eröffneten Francesco und Ernesto Illy ihren Weinkeller auf Podere le Ripi in Montalcino. Das Vater-Sohn-Projekt – Francesco ist Winzer, sein Sohn Architekt – reifte ganze 13 Jahre bis zur Vollendung. Entstanden ist ein natürliches Bauwerk ohne Stahlträger oder Chemikalien und damit der erste bewusst biodynamisch gehaltene Weinkeller der Toskana.

Der Traum von Francesco Illy, Gründer und Inhaber von Amici Caffè (weltweit: illycaffè) in Cham, war es, einen Keller zu bauen, wo man oben die geernteten Trauben hineingibt und unten der Wein in Flaschen herauskommt – alles biodynamisch natürlich. Nach 13 Jahren ist das Projekt nun ausgegoren und im neuen Weinkeller von Podere le Ripi wurde bereits die Ernte von 2015 vergärt. «In der Biodynamik arbeitet man mit dem Leben, im konventionellen Anbau mit dem Tod», sagt Francesco Illy. «Deshalb wollten wir einen natürlichen Lebensraum für den Wein sowie für dessen kleinen Helfern, den Mikroorganismen, schaffen.»

Die Funktion diktiert die Form

Der Keller windet sich wie ein Schneckenhaus in die Erde – alles im Goldenen Schnitt. Der gesamte Vinifizierungs-Prozess findet natürlich und entlang den Formen des Kellers statt. Neben Beton, welcher oft mit Chemikalien angereichert wird, verzichtete der Architekt Ernesto Illy auch auf Stahlträger oder Pumpen, die den Wein von einer Kammer in die nächste schaufeln: «Wir empfinden diesen Prozess als sehr gewaltsam und sind überzeugt davon, dass es sich positiv in den Aromen ausdrückt, wenn wir das Rohprodukt sanft behandeln.» Dazu nutzt der junge Architekt die Schwerkraft.

Die Kräfte und Gezeiten der Natur

Natürlich reift der Wein in Holzfässern und Klimaanlagen sucht man in den Gewölben des Kellers vergebens. Sogar die Tage werden auf eine der natürlichsten und ältesten Arten überhaupt gemessen – mittels Sonnenkalender. Das Licht fällt pünktlich jeden Tag um 12.13 Uhr auf den Boden im Zentrum der Cantina Aurea, des goldenen Kellers. Eine etwa 13 Meter lange Linie, auf der alle Tage eingetragen sind, dient als Anzeige.

750‘000 Ziegelsteine für die Biodynamik

Wo andere Weingüter mit den Kosten und teuren Namen protzen, beeindruckt Podere le Ripi mit anderen Zahlen. Ganze 10 Jahre dauert es, bis Vater und Sohn die perfekten Baupläne ausgearbeitet hatten. Die beiden genossen es, ihrer Fantasien freien Lauf zu lassen. Sie verworfen Ideen und ersannen neue bis zu dem Zeitpunkt, wo alles passte. Von da an ging es an den Bau. Dieser dauerte 4 Jahre, insgesamt wurden 750‘000 Ziegelsteine einer nach dem anderen mit Mörtel von Hand angelegt.

Biodynamik/Bio Weine

Seit 2011 zu 100% chemiefreie Weine. Offiziell betitelt werden dürfen diese jedoch erst ab den Zertifizierungen: Seit 2014 ist Podere le Ripi als biologischer und seit 2015 als biodynamischer Hersteller zertifiziert.

Podere le Ripi, Lupi e Sirene 2010Podere le Ripi, Lupi e Sirene 2010

Anlässlich der Eröffnung degustierte ich den Podere le Ripi, Lupi e Sirene 2010

Im Glas: Dunkles Rubinrot

In der Nase: Dunkle Kirschen und Brombeer mit eine Gewürznote. Am Anfang etwas verhalten, dann sehr Kraftvoll.

Im Gaumen: Tolle Frucht, kraftvoll, dichte Tannine, Langer Abgang.

Fazit: Ein Top Brunello di Monatlcino. Der sicher noch Jahre Spass macht, er ist jetzt am Anfang seiner Genussreife. Der Wein mindesten 1 Stunde vor Genuss karaffieren. Auch wenn der Wein vom Jahrgang noch nicht Bio ist,  gehört er für mich zu den Top Weinen von Italien. Dies hat auch seinen Preis.

Ich bewerte den Wein mit 18.5  Punkte

Bezugsquelle: www.amici.ch zu CHF 99

Prost Pascal

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Bobal, Caprasia, Bodegas Vegalfaro 2013

Dia del vino, bobal

Bobal ‘Ein Aschenputtel mausert sich zum Star’, unter diesem Motto startete am Montag 22. Februar 2016, anlässlich der ‘Dia Del Vino’ in Zürich, ein Bobal Seminar mit David Schwarzwälder.

Ich muss gestehen, ich hatte bis dato noch nie bewusst eine Bobal Wein im Glas. Das ist eigentlich verwunderlich, bei der Tatsache das Bobal die 3. meist angebaute Rotweinsorte Spaniens ist. David Schwarzwälder hat uns elegant durch das Bobal Weinen, DOP Utiel-Requena Seminar geführt.

Das DOP Utiel-Requena liegt im Hochland von Valencia. 2015 wurden im Gebiet 190 Mio Kg gelesen, abgefüllt dann etwa 30 Mio Flaschen, 35. 000 ha sind als DOP-Gebiet deklariert. Das meiste wird als Fasswein verkauft. Die Märkte sind Frankreich, China, Russland, dann natürlich auch andere europäische Märkte, die Rosado und Glühweinbasisweine kaufen. Beim Literpreis für lose Ware hängt das natürlich stark von der Qualität ab. Will man Fassware mit DOP Appellation beispielsweise oder Rosado-Freilaufmost, dann geht der Literpreis auch mal bis auf 1,20 €uro hoch. Billige Bobal Rotwein fangen schon bei 65 Cents/Liter an, je nach Jahr und Güte.

Noch sind hochwertige Rotweine, die nur aus der Bobal gekeltert werden, eine Seltenheit. Wer jedoch glaubt, dass es dem Anbaugebiet an interessanten Flaschenweinerzeugern mangelt, liegt falsch. Gerade Utiel-Requena hat in den vergangenen 15 Jahren einen starken Zuwachs an neuen Betrieben zu verzeichnen. In der Regel setzen die neuen Erzeuger auf Cuvées mit Tempranillo, Cabernet Sauvignon oder der klassischen Garnacha. 

Wir konnten 13 Bobal Wein, von verschieden Winzer degustieren, ein Bobal Cava und 12 Rotweine. Persönlich haben mir welche mit 100% Bobal am besten gefallen. Die prägnante Säure und  moderaten Alkaholgehalte von 12.5% im Schnitt, mit einem mittleren Taningerüst bringt, dank Ertrags Regulierung sehr spannende Weine hervor. Sehr intensive dunkle Farbe. Die Zähne und die Lippen zeugen nach dem Genuss davon. In der Nase reifen Kirchen und Beeren mit einer würzigen Note.

BobCaprasia, Bodegas Vegalfaro 2013al, Caprasia, Bodegas Vegalfaro  2013

Der Caprasia, Bodegas Vegalfaro, 2013 war mein Favorit.  Die Bodegas Vegalfaro liegt im innere der Provinz Valencia hält die wichtigsten Weinberge dieser Weinregion. Aufgrund der Vielfalt der Böden, ihre unterschiedlichen Ausrichtungen und seine Höhe über dem Meeresspiegel zwischen 600 und 900 Meter, findet die Bobal Rebe hier ihren idealen Lebensraum; Lehm-Kalkboden mit Kies gemischt mit sandiger Lehm Boden.

Kaltmazeration vor der Gärung bei niedriger Temperatur. Biologischer Säureabbau im Fass nach 14 Monaten in einem leicht geröstet (MT) Barrique (Französisch-ungarisch-rumänisch). Danach teilweise für 5 Monate 150 Liter Amphoren (um die Tannine zu schleifen, wurde mir gesagt)

  • Im Glas; Intensive kirschrote Farbe
  • In der Nase riecht er nach reifen Früchten (Kirche und rote Beeren), mit weichen Röstnoten (Schokolade).
  • Am Gaumen ist er frisch, mit süßen Tanninen, gute Säure. Guter Trinkfluss.
  • Fazit: Ein Wein der Freunde macht. Ein super Preis/Genuss Verhältnis bei einem Preis von CHF 11.80

Ich habe ihn mit 17 Punkte bewertet.

Zu kaufen bei TopCC

4 weiter Bobal Weine, welche mir gefallen haben:

  • Bobal Finca Casa La Borracha, Bodegas Hispano+Suizas, 2013, CHF 25.80, zu kaufen bei Obrist SA
  • Adnos, Covinas, Coop.V. 2012, CHF ??.??, irgendwann bei Boucherville AG, Zürich
  • Artemayour Finca La Beata, Domino De La Vega, SL, 2012, CHF 29.50, zu kaufen bei Villanueva Weinimport, Zürich
  • Nodus Tinto de Autor, Bodegas Nodus, 2012, CHF 19.50, zu kaufen bei Canapee, Zürich

Prost Pascal Burckhardt

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Regent aus Pfungen “Rubin vom Multberg” 2014 Barrique

Regent von Multberg, PfungenWenn jeweils Regent Weine ausgeschenkt werden, stellte ich mich ganz zuhinterst in der Reihe an, manchmal auch gar nicht. Diese Traubensorte gehört definitiv nicht zu meinen Favoriten, wie auch die anderen mir bekannten roten PIWI Sorten.
Besagter “Rubin vom Multberg” wurde mir bei einem Familienfest im kleinen Kreis aufgetischt. Flucht also zwecklos! Familientreffen sind mit alkoholischem Support  meistens lustiger. Also dann, hoch die Gläser, dann am Rand schnüffeln. Aha, riecht ja gar nicht mal so übel….. Die Farbe; jugendliches violett, mit einem prägnanten Wasserrand. Ich kenne das vom Regent! Die Nase geht ja noch, Farbe auch ok, im Gaumen passiert aber nichts mehr, nur gefolgt von einem harten, ultrakurzen Abgang. Aber beim “Multberg” ist alles ein bisschen anders. Die Nase ist wirklich toll; Röstaromen, schwarze Kirschen, üppig für einen Regent, mit einer sehr schönen pfeffrigen Note. Aber auch im Gaumen überzeugt mich der “Rubin von Multberg”. Spontaner Antritt, hält die Aromen wunderbar zusammen. Bleibt lange präsent und macht Lust auf den nächsten Schluck! Ein sympathischer sauberer Wein zu einem, für die gebotene Qualität, sehr günstigen Preis (SFr. 17.-)! Im Angebot ist auch ein im Stahltank ausgebauter Regent, der “Granat vom Berghof”.

Beat Schwengeler

Die Weine sind direkt beim Produzenten erhältlich:
Weinbau R. Baumann ,Berghof 1 , 8422 Pfungen  Tel. 052/315 13 56 ,baumann.weinbau at bluewin.ch

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Meister Merlot aus der Schweiz

Auf der Suche nach einen Festagswein bin ich auf den Comano Ticino Merlot von dem Winzer Claudio Tamorini, Winzer des Jahres 2012 des Grand Prix du Vin Suisse, gestossen. Ein Volltreffer!

Camano MerlotMerlot ist eine der Hauptsorten des Bordeaux. Viele Weine aus dem Pomerol sind 100% Merlot. Aus meiner Sicht muss sich der Comano, benannt nach der Gemeine, den Vergleich nicht scheuen, im Gegenteil.

Er wird nur in guten Jahren ausgebaut, es gibt ca. 3000 Flaschen 0.75 und 320 Magnums.

Der Jahrgang 2013 ist zum Besten Merlot der Grand Pris Du Vin Suisse gewällt worden.

Comano “Vigneto ai Brughi” Ticino Riserva DOC

Nase: Reife Bromberen mit Pflaumen, würzig.

Graumen:  Vielschichtig, zupackend, angenehme Säure

Fazit: Ein super Festtags Rotwein, zu Wild, Lamm, Rindfleisch

18 Punkte

Preis: CHF 41.40

Bezugsquelle: Jeggliweine

Prost Pascal Burckhardt

Der Wein wurde von Jeggliwein gestiftet.

Wikipedia meint zu Merlot:

Merlot [mɛrˈlo] ist eine Rotweinsorte. Sie stammt ursprünglich vermutlich aus Frankreich aus der Gegend um Bordeaux. Bis heute ist sie eine der sechs Rebsorten, die für Rotweine im Bordeaux verwendet werden dürfen (die anderen Sorten sind Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Carménère, Malbec und Petit Verdot). Die frühreifende Sorte ergibt fruchtige, körperreiche und vollmundige Weine, die nach wenigen Jahren der Lagerung genussreif sind. Dieser Tatsache ist ihre jetzige Popularität zu verdanken. In den Cuvées machen sich bereits Minderheitsanteile Merlot vorteilhaft bemerkbar: Die Weine werden früher zugänglich, möglicherweise jedoch unter Einbußen bei der Langzeit-Haltbarkeit. In der Alterung (mittel bis gut) kann ein Merlot gewinnen und weicher werden, oft jedoch verfliegen die Fruchtaromen, und Kräuteraromen drängen in den Vordergrund.